HINWEIS: UNSERE PROJEKTE IN INDIEN SIND 2017 AUSGELAUFEN

Die Arbeit von Back to Life befasste sich in Indien mit der Förderung individueller Schicksale in der Stadt Benares (Varanasi) und der näheren Umgebung. Die benachteiligten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit denen wir von 1996 -2017 gearbeitet haben, hatten meist einen Lepra-Hintergrund und kamen aus großer Armut. Der Fokus lag dabei stets auf Hilfe zur Selbsthilfe: Durch Bildung und Förderung sollten Kinder und Jugendliche eine Chance auf ein eigenes Auskommen erhalten sowie Leprabetroffenen durch medizinische und soziale Hilfen das Leben erleichtert werden. Unsere Arbeit stellte dafür die Rahmenbedingungen bereit. 

Im Herbst 2017 entschied sich Back to Life nach über zwei Jahrzehnten Projektarbeit, zum 31.12.2017 die Hilfsleistungen in Benares auslaufen zu lassen. Dieser Entscheidung gingen 12 Monate akribischer Überprüfungen voraus sowie viele Diskussionen und mehrfache Projektbesuche vor Ort. Dabei wurden verschiedene Faktoren berücksichtigt: Die gesellschaftliche Entwicklung Indiens in den letzten Jahren, die erfreuliche Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Familien jener fast erwachsenen Teenager in unseren damaligen Heimen, die Auswertung der Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation vor Ort, die zum Teil unzumutbaren Auflagen durch das Jugendamt von Benares sowie leider auch – wir wollen es nicht verschweigen – mehrfache Erpressungsversuche erwachsener Ex-Kinder unserer Heime, die sich einen finanziellen Vorteil verschaffen wollten.

Unsere umfangreiche Analyse ergab letztendlich, dass unsere Unterstützung im heutigen Benares nicht mehr zwingend notwendig ist, da es in Indien mittlerweile verschiedene Optionen gibt, sich staatlich fördern zu lassen: Von Ausbildungsprogrammen über einen Mindestlohn bis zum Rentenzuschuss. Auch die Wohnsituation der Eltern der Teenager hat sich – gegenüber der Ausgangslage vor vielen Jahren – grundlegend verbessert. Jede der Familien lebt heute in einfachen Zimmern, Wohnungen oder sogar kleinen Häuschen – jeder hat ein Dach über dem Kopf. Es hat sich viel sehr getan, auch wenn natürlich die dortigen Standards noch nicht mit europäischen zu vergleichen sind.

Da Back to Life grundsätzlich nur an Brennpunkten arbeitet, wo es ohne Unterstützung einfach nicht mehr weitergeht, beschlossen wir, uns ab 2018 ausschließlich auf unsere nepalesischen Projekte zu konzentrieren. Von den bis zu 45.000 Menschen, die wir heute mit unserer Hilfe erreichen, befanden sich 2017 bereits ca. 95% in Nepal. Unser Anliegen war immer gewesen, jene ursprüngliche Gruppe von Bettlern und Straßenkindern in ein glücklicheres Leben zu führen, auf die Stella Deetjen vor über 20 Jahren gestoßen war. Wir sehen unseren Auftrag in Benares diesbezüglich als erfüllt an und konzentrieren nun unsere Energie und Aufmerksamkeit vollends auf Nepal.

In unserem namaste-Magazin (Ausgabe Winter 2017), dass Sie auch in der Online-Fassung unter folgendem Link finden können, legen wir unsere Beweggründe noch einmal ausführlicher dar. -> Zum Magazin

Wir danken allen Unterstützern unserer indischen Projekte von ganzem Herzen – gemeinsam haben wir viel erreicht. Natürlich laden wir jeden dazu ein, nun Teil unseren Nepal-Projekte zu werden, die wir kontinuierlich ausbauen. Hier sind noch viele große Aufgaben zu bewältigen, um die Armut und Not zu lindern und Perspektiven zu schaffen. 

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