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03.10.2015

Der Neustart der Kalai-Schule – Hoffnung für eine ganze Region

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Wir freuen uns sehr, bekannt zu geben, dass das neue Schulgebäudes der Kalai Secondary School in unserem Projektgebiet in Mugu (Westnepal) dank der maßgeblichen Unterstützung der Conrad-Stiftung fertiggestellt und eingeweiht werden konnte. Seitdem hat sich vieles für die SchülerInnen zum Positiven verändert.

Das sah nicht immer so aus: Im Vergleich zu anderen weiterführenden Schulen schnitt die Schule bei Abschlussprüfungen für die 10. Klasse in vergangenen Jahren eher schlecht ab. Nur 7 von 38 SchülerInnen bestanden letztes Schuljahr. Ohne erfolgreichen Abschluss der 10. bzw. der 12. Klasse sinken die Chancen jedoch erheblich, qualifizierte Berufe zu erlernen. Damit sich die kommende Generation eine selbstbestimmte Zukunft aufbauen und auf diese Weise die ganze Region voranbringen kann, sind Schulabschlüsse existenziell.

Allerdings ist Kalai, eine Ortschaft mit 300 Haushalten, dabei keine Ausnahme: Viele Schulen in der abgelegenen Bergregion Mugu zeigen regelmäßig schlechtere Resultate als der Rest des Landes – basierend auf Faktoren der Armut: Nach Einschätzung unserer Projektleiter, der Schulleiter und Verantwortlichen in den lokalen Bildungsministerien sind die Hauptgründe dafür sowohl mangelnde Infrastruktur als auch die schlechte Ausstattung der Schulen. 

In Kalai besuchen etwa 400 Schüler von der Vorschule (Early Childhood Care and Development) bis zur 10. Klasse den Unterricht. Es ist die einzige weiterführende Schule im gesamten Umkreis. 65 SchülerInnen werden von uns direkt durch ein Stipendium gefördert, da sich ihre Familien weder Schuluniformen noch Arbeitsmaterialien leisten können. 

Zu bisherigen Situation meinte Schulleiter Mr. Sharma: „Die wenigen Räume waren zu klein: Die Kinder saßen eingepfercht in ihren Reihen oder auf dem Boden, was schlecht für ihre Konzentration und Motivation war. Oft kam es zu Rangeleien um die wenigen Tische und Bänke.“

Es freut uns besonders, dass wir es geschafft haben, pünktlich zum Schuljahresbeginn das neue Schulgebäude mit vier zusätzlichen Klassenräumen einzuweihen und somit die angespannte Raumsituation deutlich zu verbessern. Zur Einweihung kamen neben offiziellen Vertretern der Behörden, den SchülerInnen und Lehrern auch viele Dorfbewohner, die in den letzten Monaten ihre Arbeitskraft eingebracht hatten, um das Gebäude unter unserer Anleitung zu errichten. Das ganze Dorf ist stolz auf das neue Gebäude: Viele Jahre hatte man vergeblich versucht, die Schulsituation aus eigener Kraft zu verbessern, doch dem armen Dorf fehlten einfach die finanziellen Mittel. Ein Lichtstrahl der Hoffnung ist nun auf Kalai gefallen. Mr. Yogi, einer der hoch respektierten Ältesten des Dorfes, nahm ergriffen die offizielle Einweihung vor und zerschnitt das „rote Band“.

„Als ich jung war, gab es keine Schule in dieser Gegend. Wir konnten weder Lesen noch Schreiben lernen und mussten deshalb schon sehr früh, sehr hart arbeiten, um überleben zu können. Auch wenn die Kinder hier bereits eine Schule hatten, so war diese bisher doch viel zu klein und überfüllt, um vernünftig lernen zu können. Aber eine solide Schulausbildung ist für die Kinder die einzige Möglichkeit, eine gute Arbeit zu finden, mit der sie ihre Familien später auch ernähren können. Wir sind der Conrad-Stiftung und Back to Life daher sehr dankbar für dieses neue Schulgebäude. Es wird den Unterricht deutlich verbessern und dadurch mehr Kindern den Schulabschluss der 10. Klasse ermöglichen als bisher.“, sagte Mr. Yogi.

Auch Mr. Hamal von der lokalen Bildungsbehörde zeigte sich höchsterfreut: „Schon in den vergangenen Jahren hat Back to Life viel für die Verbesserung der Bildungssituation in Mugu getan – diese Schule ist ein weiterer Schritt. Wir sind sehr froh, mit Back to Life einen verlässlichen Partner in dieser abgelegenen Region zu haben.“ 

Doch nicht nur die höheren Klassen profitieren von den zusätzlichen Räumen: Einer davon steht auch den Kleinsten zur Verfügung und dient fortan als Kindertagesstätte. Vergangenes Schuljahr mussten noch 12 Kinder eng zusammengedrängt auf zu wenigen Bänken sitzen. Dies war ermüdend und nicht motivierend für die Kinder, die in ihrem Alter die Gelegenheit haben sollten, zu spielen und herumzutoben. Durch den größeren Raum ist genau das nun möglich. Das spricht sich rum: Die Zahl der Vorschulkinder hat sich in diesem Jahr bereits auf 23 erhöht. 

In den Wochen vor der Schuleinweihung hatten wir für sämtliche Lehrer eine Fortbildung angeboten, an der alle freudig teilnahmen, um neue Lehrmethoden zu erlernen. Außerdem statteten wir die Schule neben Bänken und Tischen, auch mit dringend nötigen Lehr- und Lernmaterialien sowie vielen Büchern für die Schulbücherei aus.

„Ich bin sehr glücklich, dass meine Enkeltochter durch das Stipendium von Back to Life nun die Möglichkeit hat, in diese modernisierte Schule zu gehen und dabei wertvollen Unterricht erfährt. Ich hoffe sehr, dass sie eines Tages einen guten Schulabschluss machen wird und selbst einmal Lehrerin oder Krankenschwester werden kann, um den Menschen in Mugu zu helfen“, sagte Mr. Yogi am Ende der Zeremonie.