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09.03.2015

Der kleine Chandu hat das Lachen gelernt!

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Wir freuen uns sehr, Sie an der schönen Entwicklung eines zuvor besonders traurigen Schicksals in Benares teilnehmen zu lassen:

Im letzten Newsletter berichteten wir über den an Polio erkrankten Chandu und seiner Mutter Murli Krishna. Verstoßen vom Vater und ohne Unterstützung der Familie waren die junge Mutter und ihr unter Lähmung und Wachstumsbehinderung leidendes Kind zum obdachlosen Überlebenskampf und Betteln auf den Straßen Chennais verdammt. Nach drei hoffnungslosen Jahren entschloss sich Murli, mit dem Mut der Verzweiflung und ihren letzten Rupien im vergangenen Sommer nach Benares zu reisen. Sie hoffte, dass sich in der heiligsten Stadt Indiens ihr Glück wenden würde, und sie dort vielleicht eine Arbeit finden könnte. Zwar fand sie Zuflucht unter den Bettlern und Leprakranken in Dasaswamedh Ghat, die mit ihr Obdach und Essen teilten, doch leider keine Arbeit. Sie war weiterhin zum Betteln gezwungen und bangte um die Zukunft ihres kranken Kindes.   

Als unsere Sozialarbeiter Deepak und Rahul den kleinen Chandu und Murli im vergangenen Herbst kennenlernten, lag der damals Dreijährige regungslos im Schoß seiner Mutter. Die dünnen Beinchen zu schwach, um alleine darauf stehen oder gehen zu können, der Blick leer und apathisch. Stumm ertrug das Kind sein schweres Schicksal. Murli war verzweifelt: „Niemand will einer hilflosen Frau mit vom Weinen geschwollenen Augen und einem behinderten Kind im Arm Arbeit anbieten. Die Welt ist kein gerechter Ort für die Armen und Schwachen. Ich hatte all meine Hoffnung verloren.“

 



Doch seit sich unser Sozialhilfe-Team dem Schicksal des kleinen Chandu mit intensiver medizinischer und sozialer Hilfe annahm, hat sich viel verändert. Zunächst leitete unser Kinderheimleiter Rajesh Rai den Kontakt zu dem auf Behinderungen spezialisierten Kiran Center in Madhavpur ein. Deepak begleitete Chandu fortan zu den regelmäßigen Untersuchungen und Behandlungen. Mit Hilfe der professionellen Physiotherapie und vielen spielerischen Übungen (z.B. Fangen von Bällen, Greifen von Stöcken) zum Aufbau von Muskeln und zur Förderung der Körperkoordination waren bereits nach wenigen Wochen sichtbare Fortschritte erkennbar: Chandu gelang es langsam, Gegenstände zu greifen und sie festzuhalten.  Die Ärzte regten unser Team an, eine dreirädrige Gehhilfe zu kaufen, so dass er auch langsam selbstständig gehen lerne.

Angesichts der enormen Verbesserungen von Chandus Fähigkeiten kann Murli ihr Glück kaum glauben: „Es ist wie ein Wunder. Der Junge kann bereits alleine essen und trinken. Mit der Gehhilfe kann er schon bald die ersten Schritte ohne mich machen. Er ist voller Lebensfreude und will jedem in seiner Nähe die Hand schütteln. Zum ersten Mal in seinem Leben lacht und strahlt er vor Glück.“

 


Auch die sprachtherapeutischen Übungen zeigen bereits erste Früchte. Wenn immer die Mutter ein bisschen Zeit hat, übt sie mit ihrem mittlerweile vierjährigen Sohn einfache Worte zu wiederholen. „Es ist einfach unglaublich. Mittlerweile kann er schon ein paar Dutzend Wörter deutlich aussprechen.“

Heute ist Murli davon überzeugt, dass Chandu eine echte Chance hat, später ein selbstständiges Leben zu führen. Auf ihre Zukunft angesprochen entgegnet sie nun voller Vertrauen: „Nun ist wieder die Hoffnung in mein Leben zurückgekehrt. Ich mache mir keine Sorgen mehr. Ich habe meine Willensstärke wiedergefunden. Ich werde alles daran setzen, eine Arbeit zu finden und den Rest der Zeit damit zu verbringen, mein Kind zu unterrichten und zu fördern. Ich kann meinen Dank für die Hilfe von Back to Life nicht in Worte fassen. Ich bin überglücklich und fühle mich nicht mehr alleine.“