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09.03.2012

Die abenteuerliche Reise nach Kalkutta – Unsere Kinder nehmen am Asian Youth Festival teil!

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Ende Januar durften die ältesten Kinder unseres Kathak- und Tabla-Unterrichtes ihr Talent innerhalb eines ganz besonderen Rahmens zur Schau stellen. Archana, Moni, Sumitra, Devid, Poonam, Swati, Anita und Sonu sowie neun weitere Mädchen aus dem Kinderrechte-Programm reisten für eine Woche ins 700 km entfernte Kalkutta, um während des „Asian Youth Festivals“ ihren Bundesstaat Uttar Pradesh mit Tanz,- Gesangs- und Musik-Darbietungen zu vertreten.


Im Rahmen der Veranstaltung, die dieses Jahr unter dem Motto  „Consciousness of Oneness“ – (sinngemäß „Bewusstsein des Einssein“) stattfand, trafen 384 Jugendliche aus 18 indischen Bundestaaten sowie den Nachbarländern Nepal, Bhutan, Bangladesh und Sri Lanka zusammen. Die 15- bis 18-jährigen Mädchen und Jungen stammen allesamt aus den ärmsten und benachteiligsten Gesellschaftsschichten.


Die Einladung, der unter der Schirmherrschaft von Mutter Theresa gegründeten „Young Men´s Welfare Society“, erfolgte bereits im November und seitdem begannen sich unsere Kinder in regelmäßigen Übungsstunden auf die Veranstaltung vorzubereiten. Unglücklicherweise fiel gerade in diesem Moment unser langjähriger Tanz- und Kathak-Lehrer, Mata Prasad, krankheitsbedingt aus. Doch unsere Kinder wussten sich schnell zu helfen und wählten Sonu als stellvertretenden Lehrer und Choreografen. In vielen, natürlich auch sehr lustigen Übungsstunden brachten sich die Kinder fortan alle Tanzschritte und Bewegungen selbst bei.

Nach wochenlanger Vorfreude ging es dann am Abend des 22. Januar endlich los. Mit dem Nachtzug nach Kalkutta die Reise anzutreten, sorgte bereits zu Beginn für große Freude. Die aufklappbaren Liegen wurden ausgiebig zum Turnen und Spielen genutzt. Rajesh Sir, Leiter des Kinderheims, und Frau Chanda, die Sozialarbeiterin aus den Slums, hatten als begleitende Betreuer gleich einen kleinen Vorgeschmack erhalten, wie bunt und lebhaft die kommenden Tage werden würden.

 

Anita, Devid uns Swati im Nachtzug nach Kalkutta

Mrs. Chanda und Rajesh Sir                                 Ruby, Neha, Isha und Komal

 

Als sie am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang in Kalkutta eintrafen, bezogen sie sogleich ihr neue Unterkunft. Die mit Matratzen ausgelegten Klassenzimmer der Children Foundation School dienten in der kommenden Woche als Schlafstätte und die großzügige Gartenanlage wurde zum Austragungsort für gemeinsame Spiele, Kunst- und Sportwettbewerbe sowie für Kurse zur Weiterentwicklung der Gesangs- und Tanzkünste genutzt. Nachdem der Rucksack abgelegt und die Matratze bezogen waren, ging es gleich daran, die anderen Kinder aus den weitentfernten Bundestaaten oder Nachbarländern kennenzulernen.

 

Anita, Swati, Komal, Ruby, Sumitra beim Malwettbewerb                Devid und Moni testen den Spielplatz

Am Abend erfolgte eine ungezwungene Begrüßung durch den Veranstalter und im Anschluss durften die Kinder zwischen unterschiedlichen Tanz- und Gesangskursen wählen, die unter der Leitung von weltberühmten Künstlern standen. Sonu, hatte das Glück, ganze zwei Stunden von dem berühmten Kathak-Meister Asim Bandhu Bhattacharyya unterrichtet zu werden.

Nach zwei Tagen des lockeren Kennenlernens erfolgte die offizielle Eröffnung des viertägigen Festivals am Abend des 23. Januar in den Hallen des Kala Mandir Veranstaltungszentrums. Im Anschluss an die Ansprache des Gouverneurs des Bundesstaats West-Bengals, zeigten die Teilnehmer aus Bhutan, Nagaland, Mizoram, Sri Lanka, Kerala and Himanchal Pradesh klassische traditionelle Tänze.

 

Darbietung während der Eröffnungszeremonie                   Unsere Kids feuern die anderen Teilnehmer an

Der Rest der Woche wurde durch einen dichten, aber spannenden Terminplan bestimmt, der neben den gemeinsamen Kursen und Vorbereitungen für die abendlichen musischen Darbietungen, auch reichlich Zeit bot, tagsüber ein buntes und abwechslungsreichen Programm aus Kultur- und Unterhaltung zu absolvieren.

Die Besichtigung berühmter Wahrzeichen der Millionenmetropole, wie zum Beispiel des Kali- oder Ramakrishna-Tempels, hinterließen einen bleibenden Eindruck bei den Kindern. Doch die Herzen richtig höher schlagen ließen: das erste Mal mit einer U-Bahn fahren (Metro), der Besuch des Zoos und der Science City (ein technisches Museum für Kinder) und natürlich der Ausflug in den Nicco-Freizeit-Park. Swatis Herz rast heute noch, wenn sie aufgeregt von ihrer ersten Achterbahn-Fahrt berichtet.

 

Monis und Archenas erste Metro-Fahrt                      Längere Wartezeiten im Nicco-Freizeitpark

Optische Täuschungen mit Sonu und Anita im Science-Center


Am letzten Abend des Festivals bot sich nun auch endlich unseren Kindern die Chance zu zeigen, was sie können. Die lebhafte und bezaubernde Tanzdarbietung des Titels „Raadha kaise njale“ hinterließ einen bleibenden Eindruck bei allen Zuschauern und wurde mit tosendem Beifall gewürdigt. Applaus, der noch viel süßer schmeckte, da sich die Kinder diesen ganz alleine erarbeitet haben. Umso ausgelassener feierten sie den Abschluss des Festivals im Rahmen der Kinder-Disco.

 

Sonu in der Maske - Anita, Devid, Sumitra freuen sich auf ihren Auftritt

Der Auftritt unserer Kids beim Asian Youth Festival

Nach einer Woche hieß es dann, Abschied nehmen von neuen Freunden und unvergessliche Momente mit nach Hause zu nehmen. Als die Kinder glücklich und erschöpft im Kinderheim ankamen, blieben sie natürlich nicht von der Neugierde der anderen Kinder verschont. Die ganze Woche erzählten Sonu, Moni, Sumitra, Devid, Poonam, Swati, Anita und Archana von ihren großen und kleinen Abenteuern, den lustigsten Geschichten oder auch exotischen Gerichten. Devid beispielsweise bemerkte scharfsinnig, dass sie in Kalkutta wohl „in jede einzelne Speise Zucker geben, aber nur eben nicht in den Tee“, wie man es doch in Benares gewohnt sei ...