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27.08.2015

Ein kleines Highlight in Nepals dunklen Zeiten: Solarlichter für Khamale

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Nach unserer erfolgten Soforthilfe für die Erdbebenopfer Nepals und dem begonnenen Wiederaufbau zerstörter Schulen ist es ebenso wichtig, unsere fortlaufenden Projekte nicht zu vernachlässigen. Denn auch die Belastung der nicht zerstörten Teile des Landes, vor allem bezüglich der Ressourcenverteilung, ist durch die Erdbeben enorm gestiegen. In einer vergessenen Region wie Mugu bedeutet das letztlich, dass noch weniger Augen als sonst auf diesen einsamen und äußerst armen Landstrich gerichtet sind.

Damit die dortigen Bewohner nach Sonnenuntergang nicht weiter auf den Lichtschein ihrer Feuerquellen angewiesen bleiben, sorgt Back to Life seit 2009 als Bestandteil umfangreicher Hilfsprogramme u.a. für die Verteilung und Installation von Solaranlagen zur Lichterzeugung. Von Jahr zu Jahr dringen wir in weitere abgelegene Bezirke und Dörfer Mugus vor, um unsere Hilfe anzubieten.

Im Zuge der Erdbebenkatastrophe blieb keine Zeit, auch über diese erfreuliche Geschichte zu berichten: Denn auch in unserem neuesten weit abgelegenen Projektdorf Khamale, in dem wir seit diesem Jahr aktiv sind, wurden im Frühjahr insgesamt 248 Solarlichter-Anlagen an die Haushalte verteilt und durch unsere Mitarbeiter installiert.

Doch der Material-Transport fand unter extremen Bedingungen statt: Die nächste Schotterlandepiste in Talsa (nahe der Distrikthauptstadt Gamgadhi) ist seit Monaten wegen Bauarbeiten geschlossen. Daher entschieden wir, die fast 5 Tonnen Fracht von Nepalgunj mit Lastflugzeugen zum kleinen Flugplatz von Jumla zu transportieren, dem Nachbardistrikt Mugus. Hier musste die Fracht auf einen LKW umgeladen werden, der diese bis Gothijiula, an der Grenze zwischen Mugu und Jumla, beförderte. Dort endete schließlich der befahrbare Weg.

Unsere Sozialarbeiter informierten die Bewohner Khamales, damit diese ihre Solarlichter abholen konnten. Khamale ist ein weit zerklüftetes Dorf, das sich über einen ganzen Berg erstreckt. Allein für die Hinstrecke mussten die Bewohner bis zu 8 Stunden Marsch bewältigen, um ihre Solaranlagen danach gleich auf dem Rücken bis nachhause zu schleppen. Der Weg war gefährlich, da an vielen Stellen der Schnee noch nicht geschmolzen war. Ein Fehltritt hätte böse Folgen haben können.

Doch die Mühe hat sich gelohnt: Besonders die Frauen und Kinder freuten sich über die neuen Lichtquellen. Die Kleinen können nun abends noch lesen und schreiben – den Frauen wurde eine echte Arbeitserleichterung zuteil, da nun ein beträchtlicher Teil des anstrengenden Holzsammelns wegfällt.

Die Erfahrungen der Schulleiter aller bisher erleuchteten Orte besagen, dass die schulischen Leistungen der Kinder seit der Installation durchweg gesteigert werden konnten. Denn die Kinder sind jetzt in der Lage, sich abends besser auf den Unterricht des nächsten Tages vorzubereiten. Zudem können wir feststellen, dass die Häuser der Dorfbewohner mittlerweile weniger verrußt sind als früher, als Feuer noch zur Lichterzeugung benötigt wurde. Dadurch sind auch die Atemwegserkrankungen spürbar zurückgegangen. Besonders wichtig: Der Holzschlag verminderte sich stark, wodurch die Umwelt und somit Ressourcen geschont werden.

Natürlich wurde jeder Familie stets die Wartung erklärt – mit dem Erfolg, dass noch immer alle Anlagen tadellos funktionieren. Dabei ist unser Rezept denkbar einfach: Ein kleines Solar-Panel, eine Batterie, ein Laderegler und Glühbirnen. Mehr braucht es nicht. Keine monatlichen Abgaben, keine Umweltverschmutzung und die Sonne als immer vorhandene Energiequelle. Manchmal setzt sich ein Stück Zukunft ganz einfach zusammen.