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07.05.2015

Erdbeben in Nepal - Woche 2 - Medizinische Hilfe in Sindhupalchok

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Liebe Freunde und Paten,

es haben uns Bilder aus Sindhupalchok erreicht, der schwer betroffenen Bergregion, circa 90 km nördlich von Kathmandu. Am 5. Tag des Bebens flogen ein Ärzteteam, mit Medikamenten durch Back to Life ausgestattet, in die völlig zerstörte Region.

Bis dahin haben diese Dorfbewohner keinerlei Hilfe empfangen können, da sämtliche Zufahrtswege verschüttet und sie dadurch komplett abgeschnitten waren. Der Zugang war nur per Helikopter möglich. Die Überlebenden hatten nur das, was sie aus den Trümmern ziehen konnten, und mussten auch ihre Verletzten und Toten alleine bergen, ohne Aussicht auf medizinische Versorgung, denn in abgelegenen Dörfern gibt es keine Krankenhäuser oder Ärzte vor Ort. Früher sind sie dafür über Wege und Straßen ins Kathmandu-Tal gekommen.

Jedem war bewusst, dass die Not in diesen Dörfern riesig und unbeschreiblich sein muss. Doch wie Sie bestimmt in der Presse verfolgt haben, dauerte es kostbare und leidvolle Tage, bis die internationale Hilfswelle neben Kathmandu auch das Bergland erreichte, das den größten Impakt an Zerstörung erlitt. Die Hauptstadt wurde durch die Verschiebung der Erdplatten um 3 Meter südlich verschoben, die Dörfer des Epizentrum sogar um 5 Meter.

Durch eine Kooperation mit der Regierungsstelle (Tag 4) gelang es uns, den zur Verfügung gestellten Helikopter in einem Wettlauf mit der Zeit mit medizinischen Bedarf sowie Ärzten und Paramedics zu füllen (siehe Bericht Tag 5), so dass das Ärzteteam sich umgehend um die Schwerverletzten kümmern konnten, die bis dahin keine Hilfe erreichte. Sie behandelten über 1000 Verletzte. Die meisten litten unter Kopfverletzungen sowie Brüchen, Schnitten und tiefen Wunden. Sie improvisierten aus dem Wenigen eine Ambulanz vor Ort in Schutt und Asche und leisteten wichtige Nothilfe für die Opfer. Dieselben Ärzte sind in unseren Healthcamps tätig, die wir in Mugu und Chitwan durchführen. Normalerweise organisieren wir diese Health Camps effizient, nehmen im Vorgespräch die Beschwerden der Patienten auf, stellen diese in die richtige Warteschlange, so dass die Ärzte gut vorbereitet und reibungslos arbeiten können. Während dieses Einsatzes in Sindhupalchok mussten sie alles bis hin zur Medikamentenausgabe selbst organisieren. Sie waren zutiefst schockiert und mitgenommen von dem Leid und taten unermüdlich ihr Bestes, um die akute Not mit ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung zu beantworten. Das Ärzteteam arbeitete ohne Pause, um die Schmerzen zu lindern, Brüche zu versorgen, Verletzungen zu behandeln und desinfizieren sowie Bandagen anzulegen, um nachfolgende Infektionen zu verhindern.

Wir danken unseren Spendern, dass wir derartige Hilfe ermöglichen können, genau dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Sie ist angekommen, doch es gibt noch viel zu tun in dieser schweren Zeit, bitte begleiteten Sie uns weiterhin.

Mit einer Projektpatenschaft Nepal, egal zu welchem Betrag, können Sie langfristig, regelmäßig und direkt helfen.

Namaste, Ihre Stella