Aktuelles

02.06.2014

Erster Schrei im Geburtshaus Seri

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Erfreuliche Nachrichten können wir Ihnen heute aus unserem Geburtshaus in Seri berichten, welches erst vor Kurzem seinen Betrieb aufgenommen hat (wir berichteten in unserem letzten Newsletter ausführlich davon). Hier erblickte am 18.04.2014, das erste Kind gesund und munter das Licht der Welt.

Die 29-jährige Sada Tamata wurde am frühen Morgen von ihrem Mann aus dem 30 Minuten entfernten Gandekhola zu Fuß zum Geburtshaus gebracht und sofort von unserer Hebamme und Krankenschwester Janaki in Empfang genommen und untersucht. Starke Wehen hatten bereits eingesetzt. Janaki gab Sada daraufhin eine Kochsalzlösung sowie einige Medikamente und begleitete sie durch die Wehen, bis Sada endlich am späten Abend ihren 2,5 kg schweren Sohn gesund zur Welt brachte.

Die glückliche Sada mit ihrem Sohn und unsere Hebamme Janaki beim Wiegen

 

Die Nachricht von der ersten Geburt im neuen Geburtshaus verbreitete sich rasend schnell und viele Frauen kamen, neugierig und aufgeregt, um Sada und ihren Sohn zu besuchen und diese neue Geburtssituation mit eigenen Augen zu begutachten. Unser Team vor Ort und wir  sind überglücklich, dass die erste Geburt ohne Komplikationen verlief und Mutter und  Neugeborener wohlauf sind, denn das ist immens wichtig für die endgültige Vertruensbildung der Dorfbewohner, wie ein gutes Omen. „Dieses Geburtshaus ist eine großartige Verbesserung für unser Dorf, für jede einzelne Familie und ich möchte mich bei dem Team von Back to Life für seine Hilfe herzlich bedanken“, sagte Mr. Dhan Sharan, einer der Dorfvorsteher.

Mutter und Sohn blieben nach der Geburt noch einige Tage in unserem Geburtshaus unter Janakis Obhut. Für die Rekonvaleszenz haben wir einen behaglichen Raum eingerichtet, die Mütter können sich hier gemeinsam ausruhen, zu Kräften kommen und sich um ihre Neugeborenen kümmern. Der kleine Junge erhielt - wie alle Säuglinge, die in hier geboren werden – ein Set warme Babykleidung und Sada bekam zusätzlich zu den normalen Mahlzeiten einige Aufbaupräparate, denn auch sie konnte sich vor der Niederkunft nicht schonen und musste bis zum letzten Tag harte körperliche Arbeit leisten.

Das Geburtshaus in Seri



Zuvor gebar Sada bereits drei Kinder unter „traditionellen Bedingungen“, im Kuhstall und musste dort auch die Wochen nach den Geburten mit den Säuglingen verbringen.
„Ich hatte jedes Mal riesige Angst, die Geburt im dreckigen Stall wie ein Stück Vieh und mit den starken Schmerzen ganz allein und im Dunkeln bewältigen zu müssen. Ein Alptraum, über den ich nicht mehr gerne sprechen möchte. Ich bin umso glücklicher und dankbarer, dass es nun dieses Geburtshaus für uns Frauen gibt. Janaki hat sich schon während meiner Schwangerschaft sehr um mich gekümmert und hat mir während der Geburt so sehr geholfen“, sagte die nun vierfache Mutter voller Freude am Tag danach.

Auch ihr Ehemann Rupdhan wirkte sehr erleichtert: „Wir hatten hier im Dorf nie eine ausgebildete Hebamme oder Krankenschwester. Viele Mütter und auch Babys sind deshalb  gestorben. Es ist wie ein großes Wunder, dass unsere Frauen nun für ihre Geburten medizinische Hilfe bekommen. Meine Frau ist in den letzten Wochen regelmäßig zur Untersuchung hier gewesen und hat Janaki daher sehr vertraut. Auch ich möchte mich von Herzen bedanken und bin wie alle anderen sehr glücklich und stolz, dass wir nun dieses Geburtshaus in Seri haben. Eine neue Zeit fängt damit für uns hier oben in Mugu an.“

Unser stolzer Back to Life Projektmanager Dikendra Dhakal mit Neugeborenem


„Durch Janaki habe ich in den letzten Wochen viel über Sauberkeit gelernt und wie ich mein Baby und meine Familie gesund erhalten kann. Außerdem hat sie mit mir über Familienplanung und Verhütungsmethoden gesprochen. Davor hatte ich von diesen Themen ehrlich gesagt keine Ahnung. Ich möchte keine weiteren Kinder mehr bekommen. Ich finde, vier sind genug!“, rief Sada lachend.

In der Zwischenzeit haben noch vier weitere Babys – zwei Jungen und zwei Mädchen – das Geburtshaus Seri mit Leben erfüllt. Mirki (25), die Mutter des zweiten Neugeborenen, war ebenfalls überglücklich. „Ich bin sehr froh. Das ist kein Vergleich zu vorher. Hier fühlte ich mich sicher während der Geburt. Meinem Baby und mir geht es sehr gut. Alles ist sauber hier, ich schlafe in einem Bett, es ist nicht kalt, wir haben Licht, Mahlzeiten und Fürsorge. Dieses Geburtshaus rettet uns Frauen und unsere Babys.“

Mirki mit ihrer Tochter - Sukili mit ihrem Sohn



Um in der Zukunft weitere Geburtshäuser in der Region Mugu errichten und betreiben zu können, benötigen wir weiterhin Ihre Unterstützung. Dabei kann den Frauen und Kindern sowohl mit einer einmaligen Spende für unsere Projekte als auch mit der Übernahme einer Patenschaft die Chance einer würdevollen und sicheren Geburt geschenkt werden.
Eine „Geburtshauspatenschaft“ vergeben wir schon ab 10 Euro im Monat. Genauere Informationen hierzu findet ihr HIER auf unserer Homepage!

Durch eine Patenschaft helfen Sie direkt, ein Geburtshaus am Laufen zu halten, die Hebamme, die notwendigen medizinischen Maßnahmen, Medikamente, Verbandsmaterialien, medizinischen Geräte, bis hin zu den Mahlzeiten der Mütter zu tragen. Natürlich helfen Sie auch, die jungen Mädchen über die Veränderungen ihrer Körper, Ehepaare über Familienplanung sowie die Gemeinschaft über Gesundheitsvorsorge aufzuklären.


Wir schlagen damit zusammen mit den Dorfgemeinschaften in Mugu ein neues Kapitel auf, die Frauen und Männer Mugus nehmen diese Chance dankbar wahr.