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04.12.2015

Leben im Kinderheim: Aktivitäten gegen Leistungsdruck

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Schon im Schulalter lastet ein nicht unerheblicher Druck auf den Schultern der Kinder unserer Kinderheime. Die schmerzhaften Erinnerungen an das harte Schicksal ihrer frühen Entwicklungsgeschichte in den Straßen und Slums von Benares können auch Jahre später noch zu einer Belastung werden und leider nicht einfach so abgeschüttelt werden.

Dadurch fällt es auch nicht immer jedem Kind leicht, dem regulären Leistungsdruck in der Schule standzuhalten und in seiner Entwicklung, im Vergleich zu anderen Schülern, Schritt zu halten. Die Folgen können Stress- und Angstzustände sein, die frühzeitig erkannt werden sollten, bevor Narben auf der Seele des Kindes zurückbleiben können – oder vielleicht Fehlentscheidungen für die eigene Zukunft getroffen werden.

Um die innere Stärke der Jugendlichen zu fördern und damit diese sich in ihrer Haut wohlfühlen können, bieten wir z.B. die Möglichkeit, an Yoga- und Meditationskursen teilzunehmen. Auch Tanz-, Theater-, Musik-, Kosmetik-, Koch-, Aufklärungs- und Hygienekurse sind im Angebot. Die Nachfrage ist groß: Die Kinder haben sichtlich Spaß, ganz neue Seiten an sich zu entdecken und etwas „für das Leben mitzunehmen“.

 

 

Die Ziele der Kurse sind dabei:

– die Kinder mit Aktivitäten zu beschäftigen, die diese auch als sinnvoll und unterhaltsam empfinden.


­– ihnen die Möglichkeit zu geben, neue Fähigkeiten zu entwickeln, die eventuell auch für spätere Berufe eine gute Ausgangsposition bieten.


– eine Plattform zu schaffen, die es den Kindern ermöglicht, ihre Kreativität in vielerlei Formen auszuleben.

 

 

Was den Kindern auch wichtig ist:

Natürlich ermöglichen wir den Schüler und Schülerinnen auch die Ausübung ihres hinduistischen Glaubens, der als Teil ihrer indischen Identität und Kultur einen nicht unerheblichen Anteil am täglichen Leben hat. So wird beim täglichen Morgengebet mit spirituellen Liedern die tief empfundene Dankbarkeit für ihre Lebenssituation ausgedrückt. Auch bei ernsten Anlässen wie z.B. den Erdbeben in Nepal, gedachten die Jugendlichen der Opfer mit einem Gebet, um ihrem Mitgefühl Ausdruck zu verleihen.

Aber auch sportliche Betätigungen sind wichtig: Die Schüler betreiben regelmäßig ihre Sportübungen: Nicht nur, um sich körperlich fit zu halten, sondern auch um durch Bewegung einen Ausgleich zum langen Sitzen in der Schule zu schaffen. Denn gerade den Jungen fällt es nicht immer leicht, stundenlang ruhig zu bleiben.

Die Verschönerung der Kinderheime legen wir auch gerne einmal in die Hände der Kinder: Etwas mehr Grün war der allgemeine Wunsch. Gesagt, getan – beim Einpflanzen von Bäumen und Gewächsen sind die Jüngeren sofort begeistert dabei. Denn Gärtnern ist ein eher seltenes Angebot in unserem Kinderheim.