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01.09.2014

Mikro-Wasserkraftwerk – Licht für die Menschen in Thakaltar

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Unser Projektdorf Thakaltar in Chitwan (Südnepal) liegt etwa fünf Stunden Fußmarsch von der nächst größeren Straße und den dortigen Märkten entfernt. In dieser abgelegenen Region gab es keinen Strom oder moderne Beleuchtung. Wenn die Sonne unterging, dienten vereinzelte Holzfeuer oder Kerosinlampen als Lichtquellen.

 


Daher entschlossen sich die Bewohner ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Bereits 2009 schlossen sich die 187 Haushalte des Dorfes zusammen und sparten in einem Zeitraum von zwei Jahren insgesamt 60.000 Rupien (etwa 460 Euro), um mit geringer Subvention des Staates die Materialien für ein kleines Mikro-Wasserkraftwerk zu kaufen. In gemeinschaftlicher Arbeit bauten sie kleine Wasserwege, um das Wasser des nahegelegenen Flusses zu einem kleinen Haus zu leiten in dem eine Turbine stand, die durch die Fallenergie des Wassers Strom erzeugte. Dieser Strom wurde dann in die Haushalte des Dorfes geleitet.

Durch das kleine Kraftwerk, welches bis zu 5 KW erzeugte, war es möglich alle Haushalte des Dorfes mit Licht (1-4 kleine Lampen pro Hütte) zu versorgen. In den ersten Monaten arbeitete das kleine Kraftwerk wie erwartet und alle Bewohner waren sehr glücklich darüber, abends Licht in ihrer Hütte zu haben.

Leider währte die Freude über die gemeinschaftliche Errungenschaft, für die die Bewohner so lange gespart hatten, nicht lange. Im letzten Herbst zerstörten die Wassermassen des Monsuns, die zuvor von den Bewohner angelegten, einfachen Wasserwege aus Steinen und Schlamm. Das Wasser fand nicht mehr seinen Weg zum Wasserkraftwerk. Im Dorf blieb es von nun an abends wieder dunkel, wie in all den Jahren zuvor.




Die Kanäle hielten den Wassermassen des Monsuns nicht stand und wurden an vielen Stellen beschädigt oder zerstört.


Da wir von dem Nutzen dieses Kraftwerks für die Bewohner wussten und diese zum anderen auch für ihr gemeinschaftliches Engagement „belohnen“ wollten, entschlossen wir uns, ihnen bei der Reparatur des kleinen Kraftwerkes zu helfen und Vorkehrungen zu treffen, um dieses künftig auch langfristig betreiben zu können.


In Zusammenarbeit mit den Bewohnern errichteten wir zunächst die Wasserwege, mit denen das Wasser zum kleinen Kraftwerk geleitet wird, neu und nutzen diesmal eine stabilere Konstruktion aus Steinen und Zement, die zukünftig bei starken Regenfällen nicht erneut weggespült werden kann. Außerdem wurde das mittlerweile 3 Jahre alte Holzhaus, in dem die Turbine untergebracht ist, umfassend renoviert. Auch die Turbine, die nun fast ein Jahr stillstand, wurde gewartet und funktionstüchtig gemacht.


In einem weiteren Schritt gründeten wir mit den Bewohnern ein Management-Komitee, welches für das Mikro-Wasserkraftwerk verantwortlich ist. Jeder Haushalt zahlt nun monatlich 70 Rupien (etwa 0,5 Euro) auf ein Gemeinschaftskonto, welches davon einen ausgebildeten Techniker bezahlt, der die Turbine und Wasserwege regelmäßig wartet und instand hält. Der Rest der Beiträge verbleibt für zukünftig anfallende Reparaturen auf dem Konto.

Durch die Reparatur und die Gewährleistung der Nachhaltigkeit werden die Bewohner nun langfristig und in mehrfacher Hinsicht von ihrem Mikro-Wasserkraftwerk profitieren können. Die Kinder können abends bei angenehmem Licht lesen und Hausaufgaben machen und die Familien haben die Möglichkeit viele Hausarbeiten auch am Abend zu erledigen.


Zwar zahlen die Familien nun regelmäßig einen kleinen Beitrag für ihren Strom, sparen aber dennoch Geld, denn für ihre bisherigen Lichtquellen – Holzfeuer oder Kerosinlampe – mussten sie ebenfalls Geld ausgeben oder das Holz in mühsamer Arbeit selbst schlagen. Weitere positive Effekte sind der geringere Holzeinschlag und die Reduzierung des Qualms, dem die Familien nun abends nicht mehr dauerhaft ausgesetzt sind.

Durch die nun konstant zur Verfügung stehende Energie können außerdem Radios betrieben werden, so dass das abgelegene Dorf etwas näher an die Zivilisation heranrückt.

Die Verfügbarkeit von Strom und Licht führten bereits zu ersten weiteren Veränderungen. Binod, ein junger Mann des Dorfes eröffnete nahe der Schule eine kleines „Café“ und auch eine kleine, schlichte Pension, um wandernden Touristen oder anderen Besuchern einen Schlafplatz bieten zu können.

 


Die Investition in das kleine Kraftwerk hat also bereits jetzt, vielerlei positive Effekte für die Bewohner von Thakaltar. Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Unterstützung unseres Projekts in Chitwan finden Sie HIER auf unserer Homepage.