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26.05.2015

Nach den Beben - Füreinander da sein

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Namaste...

Natürlich haben wir auch überprüft, wie es unseren Chitwan Mitarbeitern und deren Familien geht, ob ihre Wohnungen Risse haben oder bewohnbar geblieben sind. Niemand ist zu Schaden gekommen, in Chitwan sitzt kein Mitarbeiter auf der Straße.

Doch unseren Mitarbeiter Balkrishna Rimal erreichten schlechte Nachrichten. Balkrishna ist ein motivierter und verlässlicher junger Mann. Er steht nicht in der vordersten Reihe und ist auch nicht laut, sondern beständig. Immer freundlich, fleißig und offen leistet er stets gute Teamarbeit bei der Organisation von Workshops und Trainings für die Kinder. Oft übersetzt er den nepalesischen Schulkindern die in Englisch verfassten Briefe von deutschen Paten und freut sich mit den Kindern über die Aufmerksamkeit und Unterstützung, die ihnen zuteil werden.

Auch nach dem Beben war Balkrishna sofort zur Stelle, lief zu den Siedlungen, schaute nach unseren Schulkindern, teilte unermüdlich Nothilfe aus, notierte immer wieder neue Daten, Tag für Tag. Balkrishna ist auf den aktuellen Fotos mit den Kindern zu sehen, er trägt ein dunkelblaues Back to Life T-Shirt. 

Der junge Familienvater stammt aus Nuwakot, eine Bergregion westlich von Kathmandu und nördlich von Chitwan gelegen. Dort wo er aufwuchs leben seine Eltern immer noch in armen Verhältnissen. Balkrishna und seine Frau fuhren stets mit ihrem kleinen Sohn (2-jährig) zu den wichtigen Festivals in die Berge, um bei den Alten zu sein.

Nun ist sein Elternhaus durch die Beben zerstört. Der Distrikt Nuwakot liegt neben Gorkha, dem Epizentrum des ersten Bebens im April. Als die internationale Hilfe nach Nuwakot kam, erhielten die Alten ein Zelt, seitdem lagern sie bei Kälte und Regen unter den Planen. Das alte Ehepaar hat sich noch ein paar Säcke Getreide aus den Trümmern ziehen können, davon leben sie nun. Am Ende ihres Lebens sitzen sie auf Trümmern und besitzen gar nichts mehr.

 

 

Spontan hat unser Nepali Team vor Ort beschlossen, zusammenzulegen. Jeder Mitarbeiter, ob Chitwan, Kathmandu oder Mugu spendet das Gehalt eines Tages. Das finde ich großartig! Der Zusammenhalt freut mich sehr - genauso wie zu sehen, dass das Team Hilfsbereitschaft und Mitgefühl wirklich lebt.

Es hat sich bereits ein weiterer Spender gefunden, der diese Summe nochmal aufstockt, so dass das Haus der Alten in bescheidenen Maßen aufgebaut werden kann, zumindest ein Wohnraum. Balkrishna war überwältigt von der Anteilnahme seiner Back to Life Kollegen und dankte allen immer wieder für die Hilfe. Er würde das nie vergessen, sagte er feierlich.

Ich auch nicht.

Namaste, Ihre Stella