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26.02.2014

Sauberes Trinkwasser für die Kinder in Chitwan

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Zu Beginn unserer Projektaktivitäten in Chitwan, im Süden Nepals, hatten wir zunächst keine Wasserstellen oder den Bau von Brunnen geplant. Doch im Laufe der Zeit stellten unsere Projektmanager vor Ort fest, dass viele SchülerInnen in der Projektregion Piple regelmäßig zu spät und ohne Hausaufgaben zum Unterricht erschienen. Viele waren oft ungewaschen und hatten dreckige Kleidung. Insbesondere während der Monsunmonate war zudem eine erhöhte Abwesenheitsquote aufgrund von diversen Durchfallerkrankungen festzustellen.

Unsere Projektmanager fanden in Gesprächen mit den Dorfbewohnern heraus, dass die Frauen und Mädchen oft einen sehr weiten und beschwerlichen Weg zur Wasserbeschaffung zurücklegen mussten. Da das Wasser schon zur Zubereitung des Frühstücks benötigt wird, müssen Mädchen wie Rasmita (9), die von uns unterstützt wird und derzeit die 4. Klasse der Dubichaur Schule besucht, schon sehr früh am Morgen zum Wasserholen aufbrechen.

Bis zur Wasserstelle benötigt Rasmita etwa 30 Minuten. Dort angekommen muss sie meist einige Zeit warten bis sie an der Reihe ist, um den 5-Liter-Kanister der Familie aufzufüllen. Danach legt sie den gleichen Weg nach Hause zurück, natürlich etwas langsamer und mit einigen Pausen.
„Oft hole ich selbst das Wasser“, sagt Rasmitas Mutter Sanu, „aber wenn ich eine bezahlte Arbeit finde, muss ich Rasmita schicken und dann sie schafft es meistens nicht pünktlich zur Schule“. Aber selbst wenn Sanu selbst geht, kommt Rasmita oft verspätet zur Schule, da erst nach dem Wasserholen das Frühstück für die Familie zubereiten werden kann.

Yam Bahadur Lama, Lehrer an Rasmitas Schule erzählte uns, dass bisher etwa 50 Haushalte (ungefähr 350 Personen) von dieser, weit entfernt vom Dorf am Fluss gelegenen, Wasserstelle abhängig waren. „Wenn der Fluss während des Monsuns ansteigt, bringt er viele Sedimente und Abfälle mit. Er ist dann stark verschmutzt. Viele Bewohner, insbesondere Kinder, erkranken zu dieser Zeit regelmäßig an Diarrhö oder Cholera. Leider auch viele Kinder.“
Zur Lösung des Problems vereinbarten wir den Bewohnern, Material und einen Techniker zur Verfügung zu stellen, wenn diese im Gegenzug den Bau von zunächst fünf Brunnen inkl. Wasserpumpen in ihrer Region unter Anleitung selbst durchführen würden. Zur Bedingung machten wir jedoch, dass die Familien sich verpflichten künftig ihre Toiletten sauber zu halten, ihre Kinder zur Sauberkeit zu erziehen und diese pünktlich zur Schule zu senden. Dieser Vorschlag sorgte vor allem bei den Frauen für Begeisterung und wurde innerhalb der von uns gegründeten Spargruppen, in denen jeder Haushalt vertreten ist, diskutiert und angenommen.


Im folgenden Monat führten die Bewohner mit großem Eifer die Bauarbeiten durch. Für die Instandhaltung der Brunnen und Pumpen werden die Dorfbewohner künftig selber sorgen.

 

 

Vor der Inbetriebnahme der Brunnen ließen wir von der zuständigen Gesundheitsbehörde Wasserproben entnehmen und diese in einem Labor nach WHO Standards untersuchen. Erst als das entnommene Wasser als gesundheitlich unbedenklich analysiert wurde, gaben wir die Brunnen frei.


Die Bewohner, allen voran die Frauen der Region Piple, sind ganz begeistert von den neuen Brunnen. „Ich benötige nur noch zwei Minuten zur neuen Wasserstelle. Es ist so eine Erleichterung. Wir Frauen und die Kinder sparen dadurch so viel Zeit. Wertvolle Zeit, die die Kinder für die Schulaufgaben verwenden können. Außerdem haben nun alle Zugang zu sauberem, ungefährlichem Trinkwasser.“, freute sich Sanu.