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15.08.2013

Wir bauen Schulen für eine bessere Bildung – 4 Schulen sind bereits eingeweiht

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Die Schulen in der Region Mugu haben viele Probleme zu bewältigen. Es gibt meist zu wenige Räumlichkeiten für die Schüler, die vorhandenen sind oft dunkel, eng und marode, noch dazu gar nicht oder unzureichend ausgestattet. Es fehlt an Lehrpersonal, Tischen, Bänken und mancherorts war das Schuldach so undicht, dass während des Monsuns gar kein Unterricht stattfinden konnte, da es permanent hineinregnete. Ein konzentrierter Unterricht war unter diesen Bedingungen oftmals schlichtweg nicht möglich, weshalb auch viele Eltern davon absahen, die Arbeitskraft ihres Kindes zu entbehren und es stattdessen regelmäßig in die Schule zu schicken.



Wir haben uns daher entschlossen, die Ausbildungssituation direkt zu verbessern und haben an strategischen Punkten vier neue Schulgebäude fertiggestellt. Drei weitere Gebäude sind bereits im Bau, eines ist in Planung.

Die beiden ersten Schulgebäude errichteten wir in der Gemeinde Seri (wir berichteten Ihnen bereits im Newsletter Sommer 2012 davon). In diesen beiden Schulen erhalten, statt zuvor ca. 160, mittlerweile insgesamt mehr als 300 Schüler der Klassen 1 bis 5 eine Schulausbildung in den gut ausgestatteten Räumen.

 


Besonders stolz sind wir auch auf unser drittes Schulgebäude in der Gemeinde Murma. Die bisherige Schule des Dorfes bestand aus zwei Gebäuden mit insgesamt acht kleinen Räumen, in denen die Klassen 1 bis 8 unterrichtet wurden.

Mit dem Bau eines weiteren Gebäudes und vier neuen Klassenzimmern kann die Schulleitung erstmals auch Unterricht ab der neunten und zehnten Klasse anbieten, was der Schule als einziger im ganzen Umkreis den Status einer High School (Secondary School) einbringt.

 


Dies ist umso bedeutender, da die nächste Schule, welche die Klassen 9 bis 10 anbietet, fünf Fußstunden und daher unerreichbar entfernt liegt. Doch erst der Abschluss der zehnten Klasse berechtigt zu einer weiterführenden (Berufs-) Ausbildung bzw. ermöglicht den Zugang zum überregionalen Arbeitsmarkt. Hier besuchen nun aktuell 203 Kinder den Unterricht.

Das bereits erwähnte vierte Schulgebäude haben wir im Mai im Dorf Talilekh, im Bezirk Ruwa, feierlich eingeweiht. Die bisherigen drei Räume (inkl. Lehrerzimmer) der Schule, in der bis zu 70 Schüler unterrichtet wurden, waren sehr eng und die Schüler mussten dicht gedrängt auf den Böden sitzen oder der Unterricht fand an regenfreien (und oft sehr heißen) Tagen unter freiem Himmel statt.

 


Durch den Bau des neuen Gebäudes erhielt die Schule fünf weitere, voll ausgestattete Räume hinzu, so dass hier in Zukunft bis zu 190 Kinder von der Vorschule bis zur 5. Klasse konzentriert unterrichtet werden können.

 

Zur Einweihung des neuen Schulgebäudes war das gesamte Dorf auf den Beinen und feierte. Für die Dorfgemeinschaft war es ein sehr außergewöhnliches und großes Ereignis, denn sie selbst hatte während der 10-monatigen Bauphase einen großen Beitrag geleistet.

Ein Teil des Hanges, an dem die Schule steht, musste abgetragen und geebnet werden, Steine gesammelt und geklopft werden, um anschließend das gesamte Gebäude in Handarbeit zu errichten. Einen Großteil der Bauarbeiten führten die Dorfbewohner selbst durch und trugen so etwa ein Drittel der Baukosten durch ihre eigene Arbeitskraft bei. Der Enthusiasmus, mit dem die Einheimischen ihre Arbeitskraft einbrachten, beeindruckte uns sehr. Gerade in einer Region, in der die Menschen meist bis zu 15 Stunden täglich arbeiten müssen, um ihre Familie notdürftig zu ernähren.


Während der Zeremonie wurde das neue Gebäude von unseren Projektmanagern, Dikendra Dhakal und Achyut Paudel, zusammen mit einem Vertreter der nepalesischen Regierung, Mr. Ghimire (Distrikt Education Officer of Mugu), offiziell eingeweiht. Die nepalesische Regierung hat nicht die finanziellen Mittel, um dringend notwendige Schulen in Mugu zu bauen, doch im Gegenzug garantieren sie, Lehrer in die von uns gebauten Schulen zu entsenden und deren Posten zu sichern.

„Bereits vor einigen Jahren haben die Bewohner von Talilekh einen Antrag gestellt, damit die Regierung hier ein neues Schulgebäude errichtet. Schweren Herzens musste dieser aufgrund fehlender finanzieller Mittel leider abgelehnt werden. Umso glücklicher sind wir nun, dass dieses Gebäude durch die Hilfe von Back to Life doch noch errichtet werden konnte. Wir alle sind sicher, dass Investitionen in die Bildung dieser Region künftig viele positive Effekte für die Bevölkerung haben werden. Ich möchte Back to Life dafür vielmals danken“, sagte Mr. Ghimire.

 


Auch der Direktor der Schule, Mr. Pandit, war sehr glücklich über das neue Gebäude: „Mugu ist eine sehr arme Region. Die Menschen haben nicht genug zu essen, kein Geld für Kleidung, keinen Zugang zu gesundheitlicher Versorgung, die Mädchen werden zu früh verheiratet und die Kinder sind oft unterernährt. Aber ich bin überzeugt, dass Bildung DER Schlüssel ist, um diese Probleme langfristig zu bekämpfen. Ich sehe täglich mit eigenen Augen, dass es den Familien, die ausreichend Bildung erhalten haben, in vielen Belangen besser geht als jenen, denen Bildung bisher verwehrt blieb. Durch das neue Gebäude und die neuen Bänke, Tafeln und Tische sowie die weiteren Lehrmaterialien, die Back to Life zur Verfügung gestellt hat, können wir den Kindern nun endlich eine Schulausbildung und damit die Chance auf eine positive Entwicklung zukommen lassen.“

Diese Erfahrung deckt sich mit unseren Beobachtungen, bspw. im Zusammenhang mit den von uns gebildeten Spargruppen, weshalb das Thema Bildung für uns auch weiterhin sehr wichtig ist. Daher werden die Baulichkeiten durch vielerlei weitere Maßnahmen begleitet. Sei es durch die Installation der Solarlichter, um den Kindern das Erledigen der Hausaufgaben auch nach Einbruch der Dunkelheit zu ermöglichen oder durch regelmäßig zum Schuljahresbeginn stattfindende Kampagnen, die den (meist ungebildeten) Eltern den Stellenwert einer Schulausbildung für ihre Kinder aufzeigen und sie motivieren sollen, sie in die Schule zu schicken.


Mit Beginn des Schuljahres haben wir außerdem 200 weitere Stipendien für Schulanfänger in der Region Mugu vergeben. Insgesamt erhalten nun bereits um die 400 Schüler und Schülerinnen aus den ärmsten Familien der Region direkte  Unterstützung in Form von Schuluniformen, Schuhen, Schultaschen sowie Schreibzeug und Schulheften.

Bildung ist die einzige Chance der Kinder Mugus, um der Armut und Hoffnungslosigkeit dauerhaft zu entkommen und den harten Lebensumständen mit eigenen Lösungsansätzen und Perspektiven zu begegnen. Dies gilt sowohl für den täglichen Lebensunterhalt, wie zum Beispiel durch Ertragssteigerungen in der Landwirtschaft, der Erlernung qualifizierter Berufe oder auch der Vorbeugung von Krankheiten. Mit Bildung wird es ihnen leichter fallen, ihr Überleben in diesem hochgelegenen Berggebiet zu sichern.

Wir möchten die Menschen Mugus auf diesem Weg unterstützen und werden daher in unserem Projektgebiet vier weitere Schulgebäude errichten. Bauen Sie mit, indem Sie unsere Projekte in Nepal unterstützen!