Aktuelles

18.05.2015

Zeltschulen nach den Erdbeben... damit es weitergeht!

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Namaste liebe Freunde und Paten,

ich freue mich, Ihnen heute die Bilder unserer ersten Zeltschule zeigen zu können. Sie sehen, in all dem Leid können wir gemeinsam kleine Inseln der Hoffnung schaffen, ich danke Ihnen allen aus tiefem Herzen für Ihre Unterstützung.

Die Zeltschule überbrückt die ‚Hattisude Primary School’ im Distrikt Lothar in der Region Chitwan. Das staatliche Gebäude wurde durch die Beben stark beschädigt und ist nicht mehr nutzbar.

 


Wir haben uns deshalb für diese Schule entschieden, weil circa 100 Tamang und Chepang Kinder diese normalerweise besuchen, beide gehören zu den ethnischen Minderheiten Nepals und leben in den Hügeln Chitwans in großer Armut. Als unser Team die zerstörte Schule besichtigte, erfuhren wir, dass sich für das neue Schuljahr, das eigentlich gerade erst begonnen hat, 25 neue Schüler angemeldet hätten.

Diese Schule gehörte vorher nicht zu unserem Projektgebiet, sie liegt aber in relativer Nähe, so dass unser Chitwan Team übernehmen kann. Da die Schule und die dazugehörigen Ortschaften einen 6-stündigen Fußmarsch Richtung Norden von dem Piple Highway entfernt liegen, wird Hilfe dort nicht so schnell ankommen (wenn überhaupt).

Unser Back to Life-Team zeigte den Dorfbewohnern, wie man dieses Zelt stabil im Boden verankert und das Gestänge aufbaut, so dass es auch den Wassermassen des Monsuns standhalten kann. Wir benutzen einfache, vor Ort zu findende Materialien. Das zweite Zelt (sonst reicht es nicht für alle Kinder) werden die Dörfler selbst aufbauen, unser Team kontrolliert es dann. Außerdem schaffen wir separate Toilettengelegenheiten für die Jungen und Mädchen.

 


Wir hoffen sehr, damit auch für diese Gegend ein ‚role-model’ geschaffen zu haben, das leicht zu kopieren ist. Es ist in der Anschaffung günstig und die Materialien sind auf dem Markt zu finden. Hoffentlich inspiriert das andere, ihre Schulen auf diese Art weiterzuführen.


Die Kinder schauten neugierig bei der Entstehung der Zeltschule zu und Anjan, unser Teamleiter, fragte Milan, den Jungen mit dem lila T-Shirt: 

‚Wirst du in die Schule zurückkommen, wenn wir diese Zeltschule eröffnen?’
Erstaunlich offen antwortete der Junge:, Ich habe Angst, in ein Gebäude aus Stein zu gehen. Noch nicht einmal in die Nähe gehe ich.’
Milan warf prüfende Blicke auf das Zelt und  fügt nach einem kurzen Moment hinzu:
, Doch - zur Zeltschule komme ich. Das geht.’

 


Alle Kinder haben Schreckliches durchgemacht und immer wieder Todesangst ausgestanden. Umso dringender benötigen sie jetzt ihre Schule: um sich dort auszutauschen, um zu Spielen, Lesen, Lernen, Toben und wieder zu Lachen.

In diesen Tagen organisiert Back to Life ein Training für die Lehrer unserer Projektschulen in Chitwan sowie der zerstörten Schulen, die in Zelten überbrücken. Es geht darum, die Lehrer darauf vorzubereiten, wie sie den Kindern helfen können, das Trauma zu überwinden. Die ersten Schulwochen werden zur Verarbeitung der Katastrophe genutzt, wir geben den Lehrern Ideen und Infos sowie Materialien zur Hand. Es ist eine neue Situation entstanden, auch die Lehrkräfte brauchen Unterstützung, um damit umgehen zu können.

Die Schulen werden zum ‚Multi Purpose Info-Center’:
Indem sich die Kinder dort täglich treffen, können sie sich aussprechen und langsam ihre Ängste abbauen. Alle haben dasselbe erlebt, es wird leichter sein, gemeinsam einen Schritt nach vorne zu tun.  Sie sind an einem sicheren Ort.
Außerdem geben sie uns direkten Einblick in ihre Nöte und die ihrer Familien, ob sie etwa eine Mahlzeit oder Zugang zu sauberem Wasser haben. Im Notfall können wir intervenieren.
Sie werden Trainings über Gesundheitsvorsorge durch Hygiene, Trinkwasser, saubere Zubereitung der Mahlzeiten, das Händewaschen, Körperpflege... erhalten und gemeinsam wird Gelerntes geübt. Die Kinder werden es weitergeben an ihre Familien.

Back to Life errichtet noch weitere Zeltschulen zur Zeit und wir können es kaum erwarten, bis die Schulen des Landes offiziell wiedereröffnet werden und sich unsere Zelte mit Leben und Lachen füllen werden.

Danke, dass Sie mit dabei seid!
Bis bald, Stella