SO KAM ICH AUF DIE IDEE, STELLA ZU HELFEN

Am 10.12.2004 habe ich in der NDR-Talkshow bei Jörg Pilawa Stella gesehen. Ich war von dieser jungen Frau und ihren Aktivitäten so beeindruckt, dass ich spontan beschloss: „Hier möchte ich mithelfen!“ Ein Anruf beim NDR am nächsten Tag – schon hatte ich die Nummer von Stellas Mutter (damals existierte noch kein Büro). Nach einigen Tagen erreichte ich Stellas Mutter. Wir haben uns sehr lange unterhalten. Sie hat mir von Stellas Arbeit erzählt, Flyer, Zeitungsausschnitte usw. geschickt. Auch habe ich erfahren, dass man das Kinderheim besuchen kann. Das Projekt „Back to Life“ begeisterte mich immer mehr. Ich wollte helfen. Aber wie? In mir reifte die Idee, nach Indien zu reisen, um die Kinder zu besuchen und das Projekt mit eigenen Augen zu sehen. Ich plante also meine Reise nach Indien und machte mir langsam Gedanken über ein Geschenk für die Kinder. Bei einem weiteren Gespräch mit Stellas Mutter erfuhr ich, dass Stellas einmal für ihre 50 Kinder (wie sie immer sagt) Geschenke kaufte. Für jedes Mädchen weiche Stoffpuppe, für die Jungen je ein kleines Auto. Doch die kleinen Jungen waren wider Erwarten traurig. Sie brauchten auch etwas zum Kuscheln, also kaufte Stella auch für die Jungen Puppen.

Was konnte ich den Kindern nun mitbringen? Es durfte nicht zu teuer sein und das ganze x 50 und zum „Kuscheln“ natürlich. Durch Zufall entdeckte ich die Teddys!!! Das war’s! Aber nackt? Nein! Also fing ich an zu stricken. Jedem Teddy eine Hose und einen Pullover und alle unterschiedlich. Dann hatte ich die Idee, Teddys gegen eine Spende weiterzugeben. Ich wollte helfen. Dafür brauchte ich aber erst Fotomaterial aus Varanasi vom Heim und den Kindern. Ich wollte beweisen, dass mein Vorhaben Hand und Fuß hat und das Geld in sichere Hände kommt. Am 04.03.2006 war es endlich soweit. Mit einer guten Freundin und 60 Teddys im Gepäck flog ich nach Indien. Nach einem abenteuerlichen Hinflug wurden wir sehr freundlich von Nawal in Varanasi empfangen und in einem netten Hotel am Ganges untergebracht. Am nächsten Tag fand dann unser erster Besuch im Heim statt. Ich war erstaunt und erfreut wie groß, sauber und ordentlich das schöne Haus ist. Wie herzlich wir empfangen wurden. Wie liebevoll die Kinder von ihren Betreuern, Lehrern und weiterem Personal betreut werden. An wie vielen Aktivitäten sie teilnehmen können, z.B. Karate, Basteln, Kathak-Tanz, Yoga usw.. Die Kinder sprechen fast alle Englisch, so dass die Verständigung gut klappte. Die Mädchen und die Jungen machten alle einen fröhlichen, aufgeweckten und glücklichen Eindruck. Es ist ihnen überhaupt nicht anzumerken, dass sie ursprünglich Straßenkinder waren, sie entwickeln sich prächtig. Sie sind sehr anhänglich und freuten sich jedes Mal, wenn wir sie besuchten. Diese Freude füllte unsere Herzen. Wir haben mit Ihnen gespielt, gebastelt, ihnen manchmal ein Eis spendiert oder Bonbons. Sie sind sehr dankbar auch für Kleinigkeiten, das tut gut zu erleben.

Über die Teddys haben sich alle riesig gefreut. Einschließlich Köchin, Gärtner, Hausmeister, usw.., die wollten nämlich auch alle einen haben. Es war ein wunderbares und aufregendes Erlebnis, die Kinder und das Heim kennen zu lernen und es fiel uns am Ende unserer Reise sehr schwer, Abschied zu nehmen. Wieder in Hamburg angekommen, habe ich meine Idee, durch die Teddys Spenden zu sammeln, sofort in die Tat umgesetzt. Mit einem langen Reisebericht, vielen bunten Fotos und dem Dokumentationsfilms des WDR über Stellas Arbeit in Varanasi gewappnet konnte ich viele Freunde, Bekannte, Verwandte usw. überzeugen, dass die Spende für einen Teddy wirklich für einen guten Zweck ist. Ich biete meine Teddys mittlerweile auch auf Hamburger Wochenmärkten gegen eine Spende an und stricke täglich neue Teddybekleidung. Das geht mittlerweile so weit, dass sogar andere Frauen mitstricken, weil sie auch helfen möchten. Ich freue mich immer über das große Interesse und die Abnahme der Teddys. Ich hoffe, dass ich Stella und den Kindern noch lange durch die Teddys helfen kann. Ich möchte zum Gelingen dieses Projektes beitragen, die Kinder sind unseren Einsatz wert.

Ingeborg Rusch