Dhamili in Chitwan. Ein Dorf, das sich nicht mehr dem „Schicksal“ hingibt

im Gespräch mit Kamal Chepang, Lehrer in Chitwan

Muss man Armut als Schicksal oder gar gottgegeben hinnehmen? Sind 90 Prozent Analphabetismus akzeptabel? Wo wir wie selbstverständlich den Kopf schütteln, denken die Menschen in Nepal leider oft noch anders. Allerdings nicht in Dhamili, einem der Dörfer, in denen wir von Back to Life aktiv sind. Herr Kamal Chepang ist Lehrer an der örtlichen Schule und hat uns Ende 2019 einige Fragen beantwortet, die die aktuelle Situation treffend wiedergeben.

Wie sah die Bildungssituation vor 10 Jahren aus und was hat sich seitdem verändert?

Die Wichtigkeit der Bildung war niemandem hier bewusst, die meisten Kinder gingen – wenn überhaupt – nur ein oder zwei Jahre zur Schule. Bis Back to Life kam. Die Organisation hatte gleich ein ganzes „Entwicklungspaket“ parat, das alle Haushalte einschloss. Es wurden diverse Selbsthilfegruppen gegründet und das Bewusstsein der Menschen durch Aufklärung verändert. Kinder gehen jetzt wie selbstverständlich in die Schule, erhalten dort täglich ein warmes Essen, werden durch das Bildungsprogramm und andere pädagogische Hilfen gefördert. Schulabbrecher haben wir kaum noch.

Welche weiteren Verbesserungen erleben Sie im Dorf?

Dhamili war ein typisches Chepang-Dorf. Die Menschen sammelten Wurzeln und Beeren. All das ist anders. Wir haben gelernt, wie man mit Landwirtschaft Geld verdienen kann. Wir bauen jetzt Tomaten an, Ingwer oder Kurkuma, sogar Bananen – alles Waren, für die es gute Märkte gibt. Dazu Mais und Hirse, viele züchten Ziegen und verkaufen das Fleisch. In Spargruppen wurde von Back to Life vermittelt, wie wir gemeinsam mehr erreichen können. Einige haben daraufhin kleine Betriebe gestartet, wie Läden, was auch unsere Wege extrem verkürzt. Häuser mit Metalldächern, Solarlicht, rauchfreie Öfen: das Dorf ist komplett verändert. Auch nicht zu vergessen das Thema Hygiene. Die Menschen waschen sich regelmäßiger mit Seife, putzen die Zähne, halten Kleidung und Häuser sauberer. Aufklärung kann viel schaffen.

Wie steht es bei Themen wie Kinderehe?

Die Kinder werden von Back to Life so gut es geht davor bewahrt. In den „Childs Clubs“ lernen die Kinder ihre Rechte kennen und setzen sie gemeinsam immer öfter durch. Kinderehen sind stark zurückgegangen, genauso wie das Problem der Kinderarbeit.

Für uns hat sich alles verändert: wirtschaftlich, bildungsspezifisch, sozial, gesundheitlich. Dafür möchte ich mich als Repräsentant meines Dorfes bei Back to Life, allen Helfern und allen Spendern herzlich bedanken. Danke Back to Life für 10 Jahre Hilfe zur Selbsthilfe.

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