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Der Himalaya dreht den Hahn auf!

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Paten von Back to Life,

wie wertvoll Wasser ist, war uns in Europa selten so bewusst wie in den vergangenen Monaten. Sinkende Flusspegel, wochenlange Trockenheit und verheerende Waldbrände zeigen, wie schnell Wasser zum kostbaren Gut werden kann.

Für Millionen Menschen in den Bergregionen Nepals ist Wassermangel jedoch kein Ausnahmezustand, sondern Teil ihres Alltags. So auch für Hem Kumari Basel und ihre Familie im abgelegenen Dorf Gwaltar im Osten Nepals.

Jeder Tropfen zählt

Noch vor Sonnenaufgang machte sich die Bäuerin Hem Kumari (45) jeden Morgen zu Fuß auf den Weg. Bevor Reis gekocht, die Tiere versorgt oder die Kinder zur Schule geschickt werden konnten, musste Wasser geholt werden. Wasser zum Trinken, Kochen und für die Hygiene der sechsköpfigen Familie. Täglich trug Hem Kanister um Kanister über die Bergpfade. Besonders in der Trockenzeit wurden die Quellen immer kleiner, die Wege länger und die Sorge größer, ob das Wasser für ihre Familie und die Tiere reichen würde. In der Regenzeit war das Wasser oft verschmutzt und Durchfallerkrankungen gehörten zum Alltag.
Heute beginnt der Tag für Hem ganz anders. Sie öffnet den Wasserhahn vor ihrem Haus – und sauberes Trinkwasser fließt. „Zum ersten Mal in meinem Leben ist Wasser nicht mehr meine größte tägliche Sorge“, stellt die 45-Jährige erleichtert fest.

60.000 Liter sorgen für Sicherheit

Innerhalb von nur zehn Monaten entstand gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft ein schwerkraftbasiertes Trinkwasserversorgungssystem. Unter der Anleitung unserer Bauingenieure und Techniker arbeiteten die Familien Seite an Seite mit den Fachkräften. Sie hoben Gräben aus, transportierten Rohre über Bergpfade und halfen beim Bau der Versorgungsanlage. Heute speist eine geschützte Bergquelle ein 60.000-Liter-Reservoir. Über unterirdisch verlegte Wasserleitungen werden 168 Haushalte mit insgesamt 945 Menschen zuverlässig rund ums Jahr mit sauberem Trinkwasser versorgt.

Die Zeit und Kraft, die Hem früher mit dem Wasserholen verbrauchte, gehört heute ihrer Familie. Sie kümmert sich um ihren zweijährigen Enkel, legt einen Gemüsegarten an und versorgt die Tiere. Ihre Tochter (14) kann regelmäßig die Schule besuchen. Ihr Sohn (21) und seine Frau (20) können ihrer Arbeit in der Kantine des Kreiskrankenhauses in Golanjor nachgehen, ohne ständig an den existenzbedrohenden Wassermangel zu Hause denken zu müssen.

Sauberes Trinkwasser schenkt Gesundheit. Wasserzugang schafft Zeit für Bildung und Einkommen. Und gibt Familien erstmals Sicherheit. Hem beschreibt das neue Lebensgefühl: „Die Gewissheit, dass auch morgen genug Wasser für uns alle da ist, gibt mir innere Ruhe.“

Damit das Wassersystem langfristig funktioniert, wurde ein Wasserkomitee gegründet. Geschulte Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner kümmern sich um Wartung, Reparaturen und den Betrieb der Anlage. Hilfe zur Selbsthilfe endet für uns nicht mit der Fertigstellung eines Projekts – sie beginnt dort.

Gwaltar ist eines von 23 Dörfern, in denen Back to Life gemeinsam mit den Menschen nachhaltige Trinkwassersysteme aufgebaut hat. Auch umliegende Schulen wurden angeschlossen. Über 16.500 Menschen profitieren bereits davon.

Helfen Sie mit!

Wasser bedeutet Leben. Mit Ihrer Spende oder Patenschaft wird aus diesem Menschenrecht für weitere Familien in Nepal Realität.
Namaste,
Ihre / Eure