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Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Geburtshauspaten von Back to Life,

ich grüße Sie herzlich zum letzten Vollmond des Jahres 2025. Das helle Mondlicht betrachten heute gewiss auch zwei kleine Mädchen im Himalaya, die selbst himmlische Namen tragen: Stern und Morgenstern. An sie muss ich gerade denken.

Ein Doppelwunder im Himalaya

Zum Beginn des Monsuns 2017 brachte Chaiti Rawal im Back to Life-Geburtshaus von Gamtha auf über 2000 m zwei winzige Mädchen zur Welt: Tara und Sitara, übersetzt Stern und Morgenstern. Es waren die ersten Zwillinge, die je in einem unserer Geburtshäuser geboren wurden.

Seit 2012 betreiben wir Geburtszentren in der abgelegenen Bergregion Mugu im Westen Nepals, weil dort eine althergebrachte Geisterfurcht die Frauen zwingt, ihre Kinder im Kuhstall zur Welt zu bringen, da Blut das eigene Haus entweihe.

Mit einem Geburtsgewicht von rund 2.000 Gramm galten die beiden Mädchen als Hochrisikoneugeborene – und unter den Bedingungen des Hochgebirges war ihr Start ins Leben besonders gefährdet.

Damals gab es noch keine spezialisierte Klinik für Risikoschwangerschaften und -geburten. Erst seit 2024 steht dafür unser Mutter-Kind-Krankenhaus in derselben Provinz mit einer angeschlossenen neonatalen Station bereit.
2017 jedoch lag die gesamte Verantwortung für diese Risikogeburt bei unseren Hebammen vor Ort, die mit ihrer ganzen Erfahrung und Entschlossenheit die Babys unbeschadet in die Welt holten.

„Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn diese Zwillingsgeburt allein und im Kuhstall stattgefunden hätte. Ich bin so froh, dass wir Chaiti beistehen konnten und alle drei überlebt haben“, erinnert sich Hebamme Nirmala.

Die Hebammen wachten über die Neugeborenen in den ersten kritischen Stunden, Tagen und Nächten. Jede Veränderung wurde aufmerksam beobachtet, jeder Fortschritt beschützt. Danach begleiteten sie die Familie engmaschig: Woche für Woche unterstützten sie beim Stillen, überwachten das Gedeihen der Kleinen und standen der Mutter durch dieses entscheidende erste Jahr zur Seite.

Das Geburtshaus als zweites Zuhause

In unseren inzwischen 18 Geburtshäusern mit rund 4150 Geburten konnten wir bisher 13 Zwillingspärchen begrüßen. Zwillinge ziehen Menschen magisch an – so auch Tara und Sitara. Von Anfang an waren sie umgeben von Zuneigung: von ihrer Familie, den Nachbarn und besonders unseren Hebammen, die sie bis heute liebevoll „unsere Babys“ nennen. Weil das Geburtshaus nur wenige Minuten von ihrem Zuhause entfernt liegt, kommen die Schwestern bis heute fast täglich vorbei, um auf dem kleinen Spielplatz zu spielen. Für die Mädchen sind die beiden Hebammen längst Familienmitglieder geworden.

Die Zwillinge wachsen in einer einfachen Bauernfamilie auf. Ihre Eltern, Chaiti und Purna Rawal, arbeiten hart auf den Feldern für den Lebensunterhalt ihrer großen Familie. Jeder Ertrag zählt, jede Ernte entscheidet darüber, wie der Winter aussieht. Die Rupien werden mehrfach umgedreht – und dennoch verfolgen die Eltern ein klares Ziel: Bildung für ihre Töchter. Mittlerweile sind Tara und Sitara acht Jahre alt und besuchen die Valley School im kleinen Marktort Majhchaur. Die Lehrerinnen beschreiben sie als fröhlich, aufmerksam und fast immer Hand in Hand.

Liebe Freundinnen und Freunde, während der Vollmond umrahmt von Sternen am Himmel steht, denke ich an die Zwillinge. An ihren fragilen Start ins Leben. An die Hände, die sie schützten. Und an die Zukunft, die vor ihnen liegt.

Ich danke Ihnen, dass Sie an unserer Seite sind und sichere Geburten im Himalaya möglich machen. Jede weitere Geburtshauspatenschaft zählt – für Kinder wie Tara und Sitara.

Namaste,

Ihre / Eure

Stella Deetjen