Leben mit Nabelbruch – Dinesh wird gerettet

Der Großvater zog das Hemd von Dinesh hoch und begann vorsichtig zu tasten. Seine Finger glitten langsam über die Brust bis zum Bauch des kleinen Jungen. Als er schließlich die saubere Naht der erfolgreichen Operation entdeckte und begriff, dass seinem Enkel von nun an ein ganz normales Leben ermöglicht ist, begann er vor Freude und Erleichterung zu weinen.

Der kleine Dinesh (übersetzt „Sonne des Tages“) wurde im Sommer 2017 am Wegesrand in den Bergen Mugus mit einem lebensbedrohlich entzündeten Nabelbruch geboren. Teile seiner Innereien brachen in einem Hautsack durch die Bauchdecke. In einer mehrtägigen Odyssee eilte die verzweifelte Chaiti mit ihrem Mann Janga zu Fuß vom Bezirkskrankenhaus in Gamgadhi nach Jumla über die Berge Mugus – doch nirgendwo konnte der jungen Familie geholfen werden. Die Lage war zu ernst. Erst das zufällige Zusammentreffen mit Back to Life-Mitarbeitern bringt einen Funken Hoffnung: Dinesh wurde – aufgrund des Monsuns mit abenteuerlichen Umwegen –nach Kathmandu in eine Spezialklinik ausgeflogen und die Entzündung behandelt. Buchstäblich in letzter Sekunde, denn der Neugeborene hätte die nächsten Tage sonst nicht überleben können. Seine Eltern wären auch nicht in der Lage gewesen, den Flug und die Medikamente zu bezahlen.

Eineinhalb Jahre bis zur Operation
So retteten die Ärzte erst einmal Dineshs Leben, doch die nötige Operation zur Korrektur des Nabelbruchs kam wegen der starken Entzündung lange Zeit nicht in Frage. Zudem würde das Risiko des medizinischen Eingriffs erst sinken, wenn Dinesh etwas älter geworden wäre. In der Zwischenzeit ließen wir den Jungen immer wieder ärztlich untersuchen und unser Team vor Ort stand der Familie in dieser schwierigen Zeit bei. Dann, im Dezember 2018, gaben die Ärzte endlich ihr Ok für die OP, die ebenfalls Back to Life finanzierte. Nach ein paar Wochen in Kathmandu – seine Mutter wich niemals von seiner Seite – war Dinesh Anfang Januar 2019 endlich soweit genesen, dass er nach Mugu zurückkehren konnte.

Chaiti erzählt: „Mein Mann arbeitet mittlerweile weit entfernt in Indien, um uns ernähren zu können. Wenn wir Dinesh bei der Operation verloren hätten, hätte ich es nicht fertiggebracht, ihm diese furchtbare Nachricht zu überbringen. Ich hatte solche Angst. Aber als mir die Krankenschwester schließlich mitteilte, dass alles gut verlaufen ist, war dies der glücklichste Moment meines Lebens!“ Nach Einschätzung der Ärzte kann Dinesh sich nun normal entwickeln. Auf Grund seines jungen Alters ist zu hoffen, dass er kein Trauma aus dieser Zeit zurückbehalten wird. Wir sind froh, dass wir helfen konnten und wünschen der kleinen Familie nun alles Gute!

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