Mangal Rokaya erfindet sich neu

Ein selbstbestimmtes Leben trotz Polio dank Einkommensförderung

DAS IST MANGALS GESCHICHTE | Mangal wurde gesund geboren. Mit 12 Monaten begann er zu laufen. Heute ist Mangal 26 Jahre alt, er stammt aus einer Familie, die als Tagelöhner in der Landwirtschaft hoch oben in den Bergen Mugus arbeitet.

PLÖTZLICH IST ALLES ANDERS | Seine Mutter berichtet davon, dass er als Kleinkind plötzlich Fieber hatte, danach schwach war, oft weinte. Es vergingen Wochen, bis die Eltern realisierten, dass er nicht mehr stehen konnte. Die Krankheit „Polio“ kannten sie nicht, erst als Mangal etwa 5 Jahre alt war, erzählte ihnen jemand davon. Mangal ging wie alle anderen Kinder zur Schule, schloss die 10. Klasse ab. Seiner Familie war nichts zu viel, sie trugen ihn jeden Tag dorthin, damit er überhaupt zum Unterricht konnte.

KEIN AUSWEG | Dann war Schluss. Der Weg zur höheren Sekundarschule war einfach zu weit. Auch heute noch ist er traurig darüber, wenn er erzählt: „Ich war sehr enttäuscht, als ich meine Schule abbrechen musste. Ich weinte mehrere Tage leise vor mich hin. Dann habe ich es akzeptiert. Es war mein Schicksal.“

Mangals Vater ergänzt: „Er starrte Jugendliche auf der Dorfstraße an, die in die 11. Klasse gingen. Wir konnten ihm nicht helfen. Wir mussten ja auch arbeiten. Die Schule war zu weit entfernt in den Bergen, und er konnte nicht aus eigener Kraft gehen. Es war einfach zu viel.“

Seine Eltern berichten, dass Mangal die Jahre nach dem Schulabbruch im Dorf mit seiner großen Familie (13 An- gehörige) verbrachte. Natürlich fiel ihnen auf, wie kreativ er war. Er sammelte alte und weggeworfene Dinge: Vorhän- geschlösser, Taschenlampen, Radios, Radiobatterien, alte Regenschirme und Schäfte, Metallrippen und Griffe. Was er auch in die Hände bekam, versuchte er mit viel Geduld zu reparieren.

AUSBAUFÄHIG | Unser Patenschaftskoordinator Dil bekam auf seiner Reise nach Dumana mit, wie Mangal versuchte, ein Radio instand zu setzen.

„Er hatte einen kleinen selbstzusammengestellten Werkzeugkasten. Unglaublich! Der Kasten enthielt alte Nägel, Schrauben und einen Schraubenzieher, den er sich aus dem Ende eines Schirmmetallschaftes gefertigt hatte. Er meldet sich immer freiwillig, um alles, was im Dorf kaputtgeht, wieder instand zu setzen. Und er reparierte bereits Solarleuchten im Dorf Hyanglu“, berichtete Dil berührt. Back to Life beschloss sofort, Mangal im Sinne der „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu unterstützen.

DIE AUSBILDUNG | „Ich wäre mehr als glücklich, wenn ich eine echte Schulung für die Reparatur von elektronischen Geräten erhalten könnte“, sagte Mangal zu Dil. Es war nicht so einfach, einen passenden Kurs in Mugu zu finden, aber glücklicherweise erklärte sich ein Elektronikgeschäft in der kleinen Hauptstadt Gamgadhi dazu bereit, ihn individuell zu schulen. Mangal erhielt mit unserer finanziellen Unterstützung einen 3-monatigen Reparaturkurs und wir kamen für seine Unterbringung in Gamgadhi auf.

Damit geht für den jungen Mann ein wichtiger Traum in Erfüllung: die Chance zu haben, zukünftig seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können trotz körperlicher Ein- schränkung.

EIN GUTER PLAN | „Jetzt kann ich Mobiltelefone, Radios und andere elektronische Geräte professionell reparieren. Ich eröffne mein eigenes Geschäft mit Reparaturwerkstatt in Majhchaur. Es wird das erste Geschäft seiner Art im ganzen Umkreis sein und ich werde deshalb genug Kundschaft haben“, erzählt er uns ganz optimistisch.

Mangal hat einen guten Plan, der bestimmt aufgeht. Als Starthilfe erhält er von Back to Life entsprechende Werkzeugsätze für die Reparatur der Geräte.

Wir wünschen ihm alles Gute und werden gewiss das Eine oder Andere von ihm reparieren lassen.

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