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Flutkatastrophe in Nepal: Ihre Hilfe kommt an

30. September 2026

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Paten von Back to Life,

die verheerende Sturzflut vom 26. August hat in Rasuwa und Nuwakot innerhalb kürzester Zeit ganze Lebensgrundlagen zerstört. Häuser, Straßen und Brücken wurden fortgerissen, ganze Gebiete sind von der Außenwelt abgeschnitten. An die 10.000 Familien verloren ihr Zuhause und in vielen Fällen auch geliebte Angehörige.

Aus unserer langjährigen Arbeit in Nepal und besonders aus den Erfahrungen nach dem schweren Erdbeben 2015 wissen wir, was eine Katastrophe dieser Größenordnung bedeutet – und wie entscheidend schnelle, gezielte Hilfe ist. Unsere Gedanken waren sofort bei denen, die in einer solchen Situation besonders gefährdet sind: bei Schwangeren, Müttern mit Neugeborenen, kleinen Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen.

Für uns war klar: Wir möchten handeln, unser Team steht bereit.

Mutter mit ihrem Baby im Rasuwa Health Camp nach der Sturzflut

Doch bei einer Katastrophe dieses Ausmaßes muss Hilfe gut abgestimmt sein. Deshalb standen wir von Beginn an in engem Kontakt mit den zuständigen Gemeindeverwaltungen und klärten gemeinsam, wo unser medizinisches Team am dringendsten gebraucht wurde. Diese Abstimmung ist entscheidend, damit nicht mehrere Organisationen am selben Ort tätig werden, während andere Regionen übersehen werden. So kann Hilfe gezielt dorthin gelangen, wo sie am meisten bewirkt.

Währenddessen bereitete unser Team in Kathmandu alles vor. Medikamente und Hilfsgüter wurden zusammengestellt und ein medizinisches Team organisiert – mit Kinderarzt, Gynäkologin und Geburtshelferinnen, Allgemeinmediziner, Apotheker, Gesundheitsassistenten und Traumatherapeuten.

Als wir schließlich Anfang September grünes Licht für unser Health Camp erhielten, ging es sofort los.

Schon die Anreise zeigte, wie schwierig die Situation war. Die normalerweise rund vierstündige Strecke nach Rasuwa war durch die Flut unpassierbar. Unser Team musste eine weite Umleitung nehmen. Mehr als zwölf Stunden dauerte die beschwerliche Fahrt im strömenden Regen über ungeteerte Straßen und schlammige Wege. Fahrzeuge blieben stecken, andere mussten umdrehen, weil sie den Bedingungen nicht gewachsen waren.

Wenn es für unser Team mit Allradfahrzeugen und Ausrüstung schon so schwer war, die Region zu erreichen – wie sollte dann eine Schwangere, ein älterer Mensch oder eine Mutter mit einem Neugeborenen zu medizinischer Hilfe gelangen?

Durch die Sturzflut zerstörte Straßen und Häuser in Rasuwa

Hilfe dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird

An zwei Tagen behandelte unser Team in Rasuwa 342 Menschen – 238 Frauen und 104 Männer medizinisch. Unter ihnen waren zahlreiche Kinder und Säuglinge.

Viele Menschen haben seit der Flut keinen Zugang mehr zu ihrer gewohnten medizinischen Versorgung. Medikamente fehlen, bestehende Erkrankungen verschlimmern sich, Erschöpfung, Stress und die schwierigen hygienischen Bedingungen belasteten die Gesundheit zusätzlich.

Schwangere und junge Mütter erhielten gezielte medizinische Betreuung. Zusätzlich verteilte unser Team sogenannte Dignity Bags mit Hygieneartikeln, Kleidung, Handtüchern, Seife und Nahrungsergänzung. Für Neugeborene standen Versorgungspakete mit warmen Decken, Kleidung, Windeln und weiteren wichtigen Dingen bereit.

Was für uns klein erscheinen mag, bedeutet nach einer solchen Katastrophe sehr viel: Wärme und Schutz, Hygiene und Würde – und ein Stück Normalität, wenn das vertraute Leben von einem Moment auf den anderen nicht mehr existiert.

Lebensrettende Kraft der Liebe

Besonders berührt hat uns die Geschichte einer Mutter, die mit ihrem Neugeborenen vor den herannahenden Fluten einen Hang hinauflief. Es blieb keine Zeit, etwas mitzunehmen. In diesem Moment gab es nur den einen Gedanken: ihr Kind in Sicherheit zu bringen.

Später kam sie mit ihrem Baby zu unserem Health Camp. Unser Team konnte beide untersuchen und medizinisch versorgen und der Mutter die wichtigsten Dinge für ihr Neugeborenes mitgeben.

Ihre Geschichte steht für die ganze Wucht dieser Katastrophe – für Angst und Verlust, aber auch für die unermessliche Kraft und Liebe einer Mutter, ihr Kind zu schützen.

Nicht alle Wunden sind sichtbar. Die Erinnerungen an die plötzlich hereinbrechenden Wassermassen, an die Zerstörung und an den Verlust von Angehörigen wirken bei vielen Menschen weiter. Deshalb gehörten auch Traumatherapeuten zu unserem Team. Denn in einer solchen Situation bedeutet Hilfe nicht nur medizinische Versorgung, sondern auch da zu sein, zuzuhören und die Menschen mit ihrer Angst und Trauer nicht allein zu lassen.

Medizinische Versorgung und Hilfsgüter im Rasuwa Health Camp

Ihre Hilfe kommt an

Liebe Freundinnen und Freunde, dieser Einsatz war nur möglich, weil Sie uns unterstützt haben!

Ihre Spende kommt in Rasuwa ganz konkret an: als Medikament in den Händen unserer Ärzte, als Untersuchung für eine Schwangere, als warme Decke für ein Neugeborenes, als Hygieneartikel für eine Mutter, als medizinische Hilfe für ein krankes Kind – und als Beistand für Menschen, die Unvorstellbares durchleben.

Lieber Freundeskreis, Sie sind zwar physisch weit entfernt – und doch ist Ihre Hilfe ganz nah bei den Menschen.

Die Katastrophe mag nach und nach aus den Nachrichten verschwinden. Für die betroffenen Familien aber wird die Rückkehr in ein normales Leben noch lange dauern. Wir werden an ihrer Seite bleiben – und hoffen sehr, dass Sie uns dabei weiterhin begleiten.

Danke für Ihr Vertrauen und Ihre Hilfsbereitschaft – und dafür, dass Sie gemeinsam mit uns den Menschen in Rasuwa zeigen: Ihr seid nicht vergessen.

Bitte bleiben Sie weiterhin verbunden, Ihre Menschlichkeit macht den Unterschied und gibt Hoffnung in größter Not.

Namaste,
Ihre / Eure