Im Himalaya wächst Geld auf Bäumen
Wie kann das sein?
Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Paten von Back to Life,
dass Geld nicht auf Bäumen wächst, stimmt nicht überall. Im Himalaya schreibt eine junge Frau diese Redensart gerade neu: Mohana Baniya, 27 Jahre alt, Mutter eines kleinen Sohnes – und inzwischen erfolgreiche Unternehmerin der ersten Obstbaumschule in der Bergregion von Khatyad in Mugu.
Gemeinsam Zukunft pflanzen
„Jeden kleinen Setzling pflege ich täglich mit derselben Sorgfalt wie meinen Sohn“, berichtet die fleißige junge Frau voller Enthusiasmus.
|
Im Zuge unserer Einkommensförderungsprogramme im Hochgebirge pflanzte Back to Life seit 2020 gemeinsam mit Bergbauern in Mugu Obstbäume an – inzwischen über 26.000 Apfel-, Zitronen- und Walnussbäume. Unsere Agrartechniker geben ihr Wissen in monatelangen Schulungen vor Ort an die Bergbauern weiter: von Kompostierung und Mischkulturen über natürlichen Pflanzenschutz bis hin zu Lagerung und Vermarktung. So konnten sich 750 Familien, die nie zuvor Obst angebaut hatten, neue und dauerhafte Einnahmequellen erschließen. Außerdem tragen die Früchte unmittelbar zu einer besseren Ernährung der Familien bei. Frische Früchte, die früher teuer aus dem Tiefland, aus Indien oder China in die Berge transportiert werden mussten, wachsen nun auch vor Ort zwischen 2000 und 3000 Metern– erschwinglich und nachhaltig.
|
Mit dem Aufbau lokaler Baumschulen unternehmen wir den nächsten Schritt zu weniger Transport, mehr Klimaschutz, mehr Eigenverantwortung. So wird die Anzahl der Obstbäume in den Bergen weiterhin anwachsen- und mit den Bäumen wachsen die Chancen.
Im Rahmen unseres Agroforstwirtschaftsprojekts in Khatyad fiel uns eine motivierte junge Frau auf, die bereit war, ihre Energie und Ausdauer in den Aufbau einer eigenen Baumschule zu investieren. Gefördert von Back to Life wagte sich Mohana mit uns an dieses Pilotprojekt – mit einfachen Mitteln und unter fachkundiger Anleitung durch unsere Agrartechnikerin Maya Aagri.
Nachhaltige Ideen schlagen Wurzeln
In ihrer ersten Saison zog Mohana bereits 4.000 Zitronensetzlinge heran – und verkaufte sie gewinnreich. Vorab entwickelte sie mit unserer Agrartechnikerin einen nachhaltigen Geschäftsplan. Einen Teil des Erlöses investiert sie direkt in den nächsten Pflanzzyklus sowie in die Anschaffung eines weiteren Wassertanks. „Ich möchte, dass unser Leben durch die Baumschule jedes Jahr wächst – so wie die Zitronenbäume“, sagt sie hoffnungsfroh.
Ihr Erfolg reicht über den einmaligen finanziellen Gewinn weit hinaus, denn er steht für Aufbruch und Selbstermächtigung. Mohana kann ab jetzt die Schulbildung ihres Sohnes selbst finanzieren und absichern. Selbstbestimmt trifft sie sämtliche Geschäftsentscheidungen von der Pflanzenpflege bis zu deren Verkauf. Sie wird damit zur Inspiration für andere Frauen, bricht patriarchale Strukturen auf und zeigt mit ihrer Erfolgsgeschichte neue Wege.
In einer Region wie Mugu, wo Frauen selten Land und kaum Eigentum besitzen und wirtschaftlich meist im Abseits stehen, beweist sie, dass Wandel möglich ist. Und dazu noch lohnenswert ist: Mohanas Einkommen liegt nun weit über der nationalen Armutsgrenze, die sie einst selbst betraf. Sie ist nicht mehr abhängig davon, ob ihr Mann im Tiefland oder in Indien eine Saisonarbeit findet und Geld nachhause schicken kann. Die 4000 jungen Zitronenbäume werden zurzeit in ganz Mugu ausgepflanzt. Jeder Setzling zeigt, wie nachhaltige Ideen Wurzeln schlagen können. Und wie Frauen mit der richtigen Unterstützung ihr Leben und das ihrer Familien selbst in die Hand nehmen können.
Lassen Sie uns gemeinsam Perspektiven pflanzen! Mit Ihrer Projektpatenschaft können wir noch viele weitere Frauen auf ihrem Weg begleiten.
Ihre