UNSERE PROJEKTARBEIT FÜR LEPRAKRANKE UND IHRE FAMILIEN

In den Anfangsjahren richteten wir
 mit vielen Freiwilligen dreimal in der Woche eine Straßenklinik ein. Wir säuberten, behandelten und verbanden die Wunden, begleiteten die Kranken zu Ärzten und ermöglichten wiederherstellungschirurgische Eingriffe in spezialisierten Krankenhäusern. Dadurch konnten Behinderungen vorgebeugt, oft die Sehfähigkeit erhalten oder bestimmte Deformationen korrigiert werden. Zudem sorgten wir für spezielles Lepraschuhwerk, Seh- und Gehhilfen, Physiotherapie, Prothesen und Rollstühle. Während der Therapien betreuten wir unsere Patienten intensiv, bis sie diese erfolgreich abschlossen. Eine wichtige Aufgabe im Rahmen unserer Leprahilfe war die Aufklärung, sowohl unserer Patienten als auch der Bevölkerung. Durch Poster, Plakate, die Straßenklinik und Workshops informierten wir über Lepra und erhöhten in Benares das Bewusstsein der Bevölkerung.

Es musste weitergehen: Unsere Rehabilitation und Existenzgründungshilfe.

Wir ermöglichten Betroffenen, sich eine neue Lebensgrundlage aufzubauen. In unseren Workshops lernten die Kranken, Handarbeiten zu fertigen und sich ein Sparguthaben zu erarbeiten. Darüber hinaus vergaben wir Kleinkredite für Anschaffungen. Einige unserer Patienten etablierten sich wieder in ihren Heimatdörfern im Kreise ihrer Familien und Nachbarn. Weitere Patienten siedelten sich in Leprakolonien an, bauten dort oder zogen in freigewordene Häuser.

Die Lepra ging, viele Probleme blieben.

Das Ende der Lepratherapie bedeutete für die Betroffenen und ihre Familien kein Ende von Sorge. Das lange Leben auf der Straße, der soziale Abstieg mit all seinen Konsequenzen und die vielen Folgeerkrankungen begleiteten und prägten diese Menschen ein Leben lang. Nachdem die ursprüngliche Gruppe der Patienten geheilt und rehabilitiert worden war, schlossen wir die Straßenklinik 2002 ab und ersetzten sie durch mobile Healthcamps. Doch wir kümmerten uns weiterhin um jeden aus der Gruppe in Dasaswamedh, Samne Ghat und der Leprakolonie Bhadohi. Regelmäßig schaute unser Team nach Betroffenen, Straßenkindern und deren Müttern und verteilte soziale Hilfen: Plastikplanen zum Schutz vor dem Monsun, Verbandmaterial, Wundcreme sowie immunsystemfördernde Präparate und Vitamine. Gemeinsam wurden Schuhe, Brillen, Gehhilfen und Rollstühle beschafft. Die medizinische Versorgung wurde durch regelmäßige Healthcamps gewährleistet, verstärkt in den infektionsreichen Monsunmonaten. In der Winterzeit schließlich unterstützten wir nicht nur die von uns regelmäßig betreuten Leprakranken und Bedürftigen, sondern versuchten, einen möglichst großen Kreis an bedürftigen Menschen zu erreichen, die der beißenden Kälte schutzlos ausgeliefert war. Dementsprechend verteilten wir jedesmal mehrere hundert Decken, Schals, Mützen, Socken und Schuhe. Unser Team versorgte während der kalten Jahreszeit mit notwendigen medizinischen Hilfen, sei es in Form von zusätzlichen Healthcamps in Bhadohi und Samne Ghat oder durch gezielte Betreuung in akuter Not. Einige Betroffene aus der von uns unterstützten Gruppe erhielten darüberhinaus auch eine finanzielle Unterstützung.