SANKAT MOCAN UND BHADHOI: LEPRAKOLONIEN UM BENARES

Sankat Mocan ist eine vor dreißig Jahren ins Leben gerufene Leprakolonie in Benares. Es ist eine ummauerte Enklave, bestehend aus circa 30 kleinen Einraumhäuschen, in denen oft Familien mit bis zu 10 Personen wohnen. Die Mitglieder der Gemeinde leben ein bescheidenes, armes Leben; manche gehen zum Betteln auf die Straße, die äußerlich unversehrten Familienmitglieder verdienen Geld durch Müllsammeln und -trennen, durch das Fahren von Rickshaw oder Autorickshaw, durch frühmorgentliches Austragen von Zeitungen und weitere Hilfsarbeiten. Die Menschen von Sankat Mocan leben in ihrer Siedlung in Würde, für den Betrachter sofort sichtbar durch die Sauberkeit der Kolonie, doch es fehlt ihnen an Perspektive, an Stärkung und an Bildung.

Bhadohi befindet sich ca. 45 km entfernt von Benares. Die dortige Leprakolonie mit ungefähr 100-150 Menschen liegt im Niemandsland in Staub und Sand. Sie erhalten, laut eigener Aussage, keinerlei Hilfe von außen. Die meisten Häuser sind im Eigenbau erstellte Lehmgebäude, die Leute sind sehr arm und haben wenig Zugang zu medizinischer, wie auch sozialer Hilfe.

Unsere Hilfe in den Leprakolonien

Im regelmäßigen Turnus besuchte unser medizinisches Team die beiden Leprakolonien Sankat Mocan und Bhadhoi und bot den Leprabetroffenen und ihren Angehörigen Hilfe an. In Sankat Mocan stand ein Raum als Behandlungszimmer zur Verfügung, in dem auch die Medikamente aufbewahrt werden konnten. Durch die Regelmäßigkeit unserer medizinischen Hilfe hatte sich die Situation der Leprabetroffenen spürbar verbessert. Mit der Erweiterung des Kinderheims 2007 bot sich uns die Möglichkeit, weitere Kinder und Enkelkinder unserer ehemaligen Patienten aus den Leprakolonien Sankat Mocan und Bhadhoi und den Dörfern aufzunehmen, um ihnen eine neue Chance zu geben. 25 Mädchen und 23 Jungen zogen damals ein. Als Teil des Kampfes gegen Lepra gaben wir ihnen die Möglichkeit zur Bildung, damit sie ihren Platz in der Gesellschaft finden konnten.

Seit 2010 vollzogen wir in der Leprakolonie Bahdohi intensivierte Hilfsmaßnahmen zur Stärkung der Gemeinschaft der Leprakranken, ihrer Familien und Kinder. Für die Kinder richteten wir ein nonformales Schulsystem ein. In regelmäßigen Gemeinschaftstreffen wurden die wichtigsten Probleme identifiziert, Bedürftige mit staatlichen Institutionen verbunden und die Leprabetroffenen bei notwendigen Behördengängen unterstützt.

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