EINE ECHTE PERSPEKTIVE FÜR EIN BLINDES MÄDCHEN

Vandana ist von Geburt an blind und lebt mit ihren Eltern und dem neunjährigem Bruder Pardup in dem 15 Kilometer von Benares entfernten Dorf Khalispur, einem von 40 Dörfern, die wir im Rahmen unseres Kinderrechteprogramms betreuen. Ihr Vater kann den Lebensunterhalt durch Rikshawfahren nicht sichern, da er in den entlegenen Dörfern nicht ausreichend verdienen kann. Ihre Mutter kümmert sich um den Haushalt und versucht, wie die meisten Frauen im Dorf, das geringe Einkommen durch die Herstellung von Schmuckketten (Malas) aufzubessern. Für 72 Malas zahlt ihr der Zwischenhändler 10 Rupien (15 Cent). Ein Spottpreis, wenn man bedenkt, dass sie höchsten 12 pro Stunde herstellen kann und die Ketten in den Geschäften in Benares pro Stück für 20-30 Rupien weiterverkauft werden.

Blinde Kinder, überhaupt alle mit körperlichen Behinderungen, laufen in der indischen Gesellschaft Gefahr, aufgrund ihrer Abhängigkeit und Erwerbslosigkeit ein besonders hartes Leben erfahren zu müssen. Auch wenn Vandana jetzt in jungen Jahren noch mit dem fürsorglichen Schutz ihrer Familie rechnen kann, sorgt sich ihre Mutter um ihre ungewisse Zukunft.

Als wir über unsere Sozialarbeiterin vom Schicksal Vandanas erfuhren, entschlossen wir uns sofort, dem Mädchen auf lange Sicht zu helfen. Wir nahmen Kontakt mit der „Jeevan Jyoti“- Blindenschule auf und finanzierten ihre Aufnahme in das Internat. Vandanas Mutter weinte Tränen der Erleichterung und der Hoffnung. Die Siebenjährige kann ab sofort in einem sicheren und geschütztem Umfeld leben und durch spezielle Förderung eine gute Schulausbildung absolvieren, so dass sie später in der Lage ist, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Vandana hat sich durch die liebevolle Betreuung ihrer Lehrer schnell in ihrem neuen Umfeld eingelebt. Eine neue Freundin hat sie auch bereits gefunden: Kabitha, die Tochter unserer Köchin Shakila, deren Ausbildung wir seit mehreren Jahren ebenfalls unterstützen.

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