RATTENGIFT IM SCHULESSEN

Zur Veranschaulichung der vielen Erfolge stellen wir eine Initiative des Dorfes Bankat vor: Nach der Etablierung der Kinder- und Erwachsenenforen sowie weiterführender Schulungen entwickelten die Dorfbewohner, die größtenteils zur Kaste der Unberührbaren zählen, zunehmend mehr Selbstbewusstsein und Eigeninitiative, um Probleme selbst zu lösen. Ein wichtiger Schritt war die Bildung eines Teams, das Schulen regelmäßig aufsucht, um sich über den Schulalltag zu informieren, die Anwesenheit von Schülern und Lehrern sowie die Qualität des „Midday Meal“-Programms zu kontrollieren – ein staatliches Hilfsprogramm, das Schulkindern eine warme Mahlzeit verspricht. Die Schulen erhalten dafür Budgets, doch leider fällt die Qualität häufig der Gier der Verwaltung und Angestellten zum Opfer. Regelmäßig erkranken Schüler wegen unsauberem Reis oder faulem Gemüse.

Glücklicherweise besuchten 2012 Mütter des Forums die Dorfschule. In der Küche fiel ihnen ein sehr fauliger Geruch auf. Sie stoppten die Essensverteilung und forderten die zögernde Schulleitung auf, die Ursachen für die verdorbenen Nahrungsmittel herauszufinden. Dabei entdeckten sie, dass bei der Lagerung Rattengift ins Essen gelangt war. Die Mütter hielten eine Probe zurück, die sie in ein Labor schickten. Das Ergebnis war schockierend: Die Rattengift-Dosis wäre tödlich für kleine Kinder gewesen. Den Verantwortlichen wurde umgehend gekündigt.

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