Das Leben der Tharu – die „Menschen des Waldes“

Es ist der erste Nationalpark, der in Nepal gegründet wurde: Seit 1973 ist der Chitwan Nationalpark das Schutzgebiet von 68 verschiedenen Säugetieren – darunter auch der berühmte Bengalische Tiger. Die Population der bedrohten Tiere stieg von damals nur 25 Exemplaren auf bis heute 110 an: Ein einzigartiger Erfolg, der die Effektivität von großräumigen Schutzzonen beweist. Bereits 1984 wurde der Park zum UNESCO-Welterbe erklärt.

LEBEN WIE IM DSCHUNGELBUCH
Doch neben der einzigartigen Natur der Dschungellandschaft und vielen anderen exotischen Tieren wie freilebenden Panzernashörnern, Krokodilen, Affen und wilden Elefanten leben auch hunderttausende von Menschen in dem 953 km² großen Gebiet, welches heute als eine der größten touristischen Attraktionen Nepals gilt. Back to Life unterstützt hier vor allem die Schulausbildung der Kinder der benachteiligten ethnischen Minderheiten.

Die ersten Menschen, denen es gelang, in den damaligen Malaria-Gebieten Chitwans zu überleben, waren die Tharu, auch „Menschen des Waldes“ genannt. Sie sind ein indigenes Volk, welches noch heute vor allem in Nordindien und Südnepal Land kultiviert und insgesamt ca. 7 % der nepalesischen Bevölkerung ausmacht. Für die besondere Widerstandskraft gegen das grassierende Malariafieber wurden die Tharu berühmt. Untersuchungen ergaben, dass die Tharu bis zu 7x resistenter gegen diese Infektionskrankheit zu sein scheinen als andere Ethnien. Diese Beobachtung wurde bis heute nicht vollständig erforscht, es wird aber überwiegend angenommen, dass diese Resistenz genetisch bedingt ist und nicht auf besonderen Lebens- und Essgewohnheiten beruht.

AUS DEM WALD IN DIE ARMUT GETRIEBEN
Aufgrund dieser Besonderheit konnten die Tharu für lange Zeit autark in Chitwan leben und ihre traditionelle Kultur pflegen. Doch mit dem Einsatz des später als giftig eingestuften Insektizids DDT wurde Malaria in Nepal in den 50er- und 60er-Jahren nahezu ausgerottet. Immer mehr Menschen anderer Ethnien drängten daraufhin in das tropische Chitwan, um das fruchtbare Land nach und nach unter sich aufzuteilen. In Folge dessen verloren immer mehr Tharu ihren angestammten Grund und Boden. Was daraus resultierte, war eine bittere Lohnknechtschaft unter den neuen Landherren. Nur selten in Chitwan, doch vor allem in den weiteren westlichen Ebenen Nepals, erfolgte zudem oft die Zwangsarbeit der Kinder verschuldeter Tharu-Familien durch Grundbesitzer. Eine sogenannte „Kamaiya“ musste meist unter schlimmsten Bedingungen leben und sogar Missbrauch erdulden.

Was alle Tharus eint, ist der Erhalt der eigenen Kultur und Identität. Sie pflegen bis heute Traditionen, die ihre überaus enge Verbindung mit der Natur symbolisieren.

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