Ein Naturphänomen mit zwei Gesichtern

Der Begriff Monsun leitet sich vom arabischen Wort ‚Mausam‘ für Jahreszeit ab, was es auch in der Sprache bedeutet. Dieser Begriff wurde zuerst im Englischen in Britisch-Indien und in den Nachbarländern verwendet, um die großen saisonalen Winde zu bezeichnen, die starke Regenfälle in die Region bringen.

Ein Segen für die Landwirtschaft

Die über dreimonatige Monsunzeit in Nepal ist die zwischen Mitte Juni und Ende September liegende Hauptregenzeit des Jahres, die zugleich auch die Sommerzeit ist. Während des Monsuns regnet es fast jeden Tag, oft begleitet von mächtigen Gewittern.

Für die Landwirtschaft und die Pflanzenvielfalt ist der Monsun wichtig. Der Großteil Nepals Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Da das Land über kein ausgebautes Bewässerungssystem verfügt, nutzen die Bauern die Monsunzeit, um auszusäen. Die Bauern helfen sich dabei gegenseitig und stellen sich Arbeitskräfte zur Verfügung, damit jede Familie während der wasserreichen Zeit anpflanzen kann. Während der Regenzeit wird neben Mais und Hirse überall Reis auf den Feldern gepflanzt. Reis ist das Grundnahrungsmittel der Nepalesen.

Da Nepal innerhalb des indischen Subkontinents an den Südhängen des großen Himalajas liegt, hat das Land eine bedeutende Sommermonsun-Saison. Normalerweise werden in Nepal durchschnittlich 105 Regentage verzeichnet, wobei etwa 80% des Regens im Monsun fällt. Der Monsun in Nepal hat seinen Ursprung im Golf von Bengalen und zieht an den Südflanken des Himalajas entlang. So erhält der östliche Teil des Landes etwas mehr Niederschlag durch den Monsun.

Eine Gefahr für die Menschen
Aber die Regenzeit hat auch ein anderes, sehr gefährliches Gesicht und richtet in weiten Teilen des Landes erheblichen Schaden an. Die Menschen erleiden vielerorts lebensbedrohliche Situationen, es gibt jedes Jahr viele hundert Verletzte und Tote.

In der Hauptstadt Kathmandu kommt es zu stundenlangen Stromausfällen und überschwemmten Straßen, auch Häuser und Läden bleiben nicht verschont und laufen voll mit Schmutzwasser, manche stürzen ein.

Auf dem Land werden die Wassermassen der über die Ufer tretenden Flüsse für viele zur Gefahr. Durch Überschwemmungen verlieren die Dorfbewohner oft nicht nur ihr karges Hab und Gut, sondern auch das wertvolle Saatgut für die nächste Saison. Viele Bergdörfer sind durch die massive Abholzung der Wälder zusätzlich von Erdrutschen bedroht, wenn der Regen die steilen, brachliegenden Hänge aufweicht. Erdmassen und Schlammlawinen begraben alles unter sich, was sich ihnen in den Weg stellt.

In der Bergregion Mugu müssen wir jeden Monsun einen vorübergehenden Baustopp für die Geburtshäuser oder Schulen im Bau ausrufen, da die Wege überschwemmt oder durch Erdrutsche blockiert werden. Der Dauerregen macht die Bauarbeiten zeitweise unmöglich.

Der Monsun bleibt mit all seinen Facetten prägend für das Land und das Leben der Bevölkerung Nepals. Wir sind jedes Jahr aufs Neue glücklich und dankbar, wenn die Menschen vor Ort unversehrt bleiben und wir die Bewohner in unseren Projektgebieten weiterhin erreichen und unterstützen können.

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