ENDLICH HOFFNUNG FÜR UNZÄHLIGE VERWUNDETE: UNSERE MEDIZINISCHE HILFEN

Back to Life hat viel Erfahrung mit der Organisation und Durchführung von Healthcamps für die Ärmsten der Armen – und das zum Teil auch in äußerst unzu- gänglichen Gebieten. Die Planung dieser Camps erfolgt unter normalen Bedingungen mit einem gewissen zeitlichen Vorlauf, um durch detaillierte Vorbereitung einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, der die Be- handlung möglichst vieler Patienten ermöglicht.

Sindhupalchok - Ein Healthcamp in einer völlig zerstörten Welt

Ca. 90 km nördlich von Kathmandu liegt die Bergregion Sindupalchok. 90% dieser Bergdörfer wurden zu Schutt- haufen, die einfachen lehmverfugten Steinhäuser konnten den Erschütterungen nicht standhalten. Ganze Bergkuppen sind nur noch Geröllhalden, ganze Siedlungen wurden von Erdrutschen auf ihrem Weg in die Tiefe verschüttet. Bis zu unserem Eintreffen kam keinerlei Hilfe, da sämtliche Zufahrtswege verschüttet waren. Die Überlebenden hatten nur, was sie aus den Trümmern retten konnten, und muss- ten ihre Verletzten und Toten alleine bergen, ohne jegliche medizinische Versorgung. Die Not war unbeschreiblich. 
Durch eine Kooperation mit einer Regierungsstelle ge- lang es uns, am vierten Tag nach dem Beben – mit einem Helikopter voller medizinischem Bedarf sowie Ärzten und Paramedics – zu den Bedürftigen vorzudringen, so dass das 11-köpfige Ärzteteam sich 7 Tage lang um die Schwer- verletzten kümmern konnte. Die meisten litten unter schlimmen Kopfverletzungen sowie Brüchen, Schnitten und tiefen Wunden. Die erfahrenen Ärzte – obwohl sie durch unsere Healthcamps schwierige Situationen kann- ten – waren geschockt über das Ausmaß der Not. Ohne Pause behandelten sie insgesamt über 1000 Opfer.

Bhaktapur

Wir organisierten ein ayurvedisches Healthcamp in der stark zerstörten Stadt Bhaktapur mit Fokus auf Schwangere, stillende Mütter und Babys. Ein Teil der Frauen hatte alles verloren und hauste seit Wochen unter Plastikplanen. Viele hatten keine regelmäßi- gen Mahlzeiten zu sich nehmen können.

Dazu bildeten wir ein Team aus Ärzten des „Ayurvedic Hospitals in Bhaktapur“ und besorgten ayurvedische Säfte, Pasten, Tonics, nahrungsergänzende Mittel sowie Babybrei für die Babys der Mütter, die nicht stillen konnten. Diese natürlichen Mittel dienten zur Stärkung und Überbrückung der Härtezeit. Das Healthcamp gab den Medizinern die Chance, den Frauen für die bevorstehenden Geburten Hilfe anzubieten. Mit dieser Hilfsaktion konnten wir an einem Tag 300 bedürftige Familien direkt erreichen. 

Ärzte ohne Medizin – Schnelle Unterstützung für das Hospital in Shanku

Während das 11-köpfige Ärzteteam nach Sindhupalchowk unterwegs war, hatten sich unsere Projektleiter auf den Weg in das zerstörte Sankhu gemacht. Eigentlich liegt die Ortschaft nur 16 km außerhalb der Hauptstadt im Seitenausläufer des Kathmandu-Tals und ist unter normalen Umständen schnell erreichbar. Doch es wurde zu einer Fahrt durch völlig zerstörte Ortschaften. Im alten Bazaar von Sankhu waren bis zu 90% der Häuser zu Schutt zerfallen und überall gab es viele Verletzte und Tote zu beklagen.

Ihr Ziel war das Krankenhaus Sushma Koirala Memorial Hospital Nepal (SKMH), das auf Verbrennungen, Spaltoperationen und Fehlbildungen spezialisiert ist und hervorragende Arbeit und große Dienste für die verarmte Bevölkerung Nepals leistet. Viel Zeit verbrachten wir in den vergangenen Jahren hier, weil wir immer wieder unsere Patienten im SKMH unterbringen – so wie die von uns betreuten Kinder Khushi, Anil, Savita und Bhim....

Nach dieser Katastrophe stellte das intakt gebliebene Krankenhaus für die schwer getroffenen Dorfbewohner und Menschen in der Umgebung die einzige Hoffnung dar. Doch es war völlig überfüllt mit Verletzten und sowohl Ärzte als auch das Pflegepersonal leisteten Arbeit im Akkord. Dem Ansturm der Bedürftigen konnte kaum standgehalten werden. Unsere Projektleiter erkundigten sich, welche Hilfe das Krankenhaus am dringendsten benötigen würde und sie erhielten eine Medikamentenliste. Zu wenige Präparate waren vorrätig, auch das Budget des Krankenhauses war aufgebraucht. Ohne externe Unterstützung hätte die Behandlung eingeschränkt werden müssen. Zurück in Kathmandu besorgte unser Team sofort alles Notwendige und lieferte die gefüllten Kartons so schnell wie möglich dem SKMH. 

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