MIT ZIEGEN IN EIN BESSERES LEBEN

Meist besitzen die Dorfbewohner nur kleine Landflächen, deren Größe oft nicht ausreicht, um die Familien ganzjährig ernähren zu können. Außerdem fehlt es an landwirtschaftlicher Erfahrung u.a. auch im Bestellen der Felder, da die Familien zum Teil erst vor einer Generation in dieser Region sesshaft geworden sind. Deshalb führen unsere Sozialarbeiter mit den Gruppen Workshops zu den Themen Ackerbau und Viehhaltung durch, um so die landwirtschaftliche Produktivität und somit die Einkommensmöglichkeiten zu verbessern. Im Verlauf der Projektvorbereitung hat sich gezeigt, dass die Landflächen der Region für den Anbau von Ingwer besonders geeignet sind. Zudem ist Ingwer auf den umliegenden Märkten zu guten Preisen verkäuflich, wodurch aber auch der Erwerb der Knollen für die erste Aussaat recht teuer und für die Bevölkerung der Dörfer bisher unerschwinglich ist. Hier unterstützen wir die Haushalte unserer Projektdörfer u.a. durch die Verteilung von Ingwerknollen zur Erstaussaat. Der Ingwer kann einmal jährlich geerntet werden und aus einem Kilo Aussaat wird ein Ertrag von bis zu fünf Kilo erwartet, die dann auf den lokalen Märkten verkauft werden können.

In Zusammenarbeit mit den gegründeten Spargruppen werden die Familien außerdem beim Erwerb weiteren Saatguts unterstützt, so dass diese zukünftig vom Verkauf der Ernte einen Teil ihres Lebensunterhalts bestreiten können und außerdem dadurch Geld zur Verfügung haben, um weiteren Samen für die nächste Aussaat zu kaufen und somit einen großen Schritt in die Unabhängigkeit tätigen können. Zugleich klären wir die Familien über Haltung und Aufzucht von Ziegen sowie der Vermarktung der tierischen Produkte auf und bilden sie weiter über die Erkennung und Verhinderung möglicher Tierkrankheiten und Impfmöglichkeiten. Die Workshops werden von Landwirtschaftsexperten durchgeführt stets in Abstimmung mit dem Landwirtschaftsministerium.

Anschließend werden an eine bestimmte Anzahl von Dorfbewohnern Ziegenpärchen verteilt, deren Nachkommen dann wiederum an andere Familien im Dorf gehen, so dass die gesamte Dorfgemeinschaft hier nachhaltig gestärkt wird. Die Verteilung der Ziegen wird hierbei wieder von den Gruppen, also den Dorfbewohnern, selbst organisiert. Durch dieses Verteilungsmuster erhoffen wir uns, den Zusammenhalt und das „Wir-Gefühl“ innerhalb der Gemeinde zu stärken. Unsere Projektmanager schulen die Bewohner mit Unterstützung von Veterinärexperten in Haltung und Zucht. Durch die Ziegenhaltung können die Familien Milchprodukte zum Eigenbedarf herstellen, damit ihre Ernährungssituation verbessern und durch den steigenden Viehbestand im Laufe der nächsten Monate und Jahre auch Ziegen zum Verkauf auf den Märkten anbieten. Die männlichen Nachkommen, soweit sie im Dorf nicht für die weitere Zucht benötigt werden, erzielen auf dem Markt, je nach Gewicht und Alter, Preise zwischen fünf und achttausend Rupien (50-80 Euro), die weiblichen etwas weniger, sie ermöglichen den Familien in Zukunft ein lukratives Nebeneinkommen.

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