DAMIT DIE KINDHEIT DAS JA-WORT BEKOMMT, NICHT DER BRÄUTIGAM. INITIATIVE GEGEN KINDEREHEN

In Nepal ist Schulbildung für arme Familien eine untragbare finanzielle Belastung. Da Mädchen traditionell eine schwache soziale Stellung haben, gehen meist nur Jungen zur Schule . Schon im Kindesalter müssen Mädchen arbeiten und werden oft früh verheiratet: Fast die Hälfte aller 15- bis 19-jährigen sind bereits Ehefrauen und Mütter. Viele sind bei der Heirat nicht mal 14 Jahre alt – manche sogar erst acht. Kaum eine andere Initiative sorgt für so positive und nachhaltige Auswirkungen auf die Entwicklung einer Gesellschaft wie die Förderung der Mädchenbildung: Die Mütter- und Kindersterblichkeit sinkt, je länger die Mädchen zur Schule gehen. Frauen mit Schulbildung heiraten meist später, sind nicht lebenslang vom Einkommen des Ehemanns abhängig, haben eine Chance auf eine Arbeitsstelle, bekommen weniger Kinder und können diese wesentlich besser versorgen. Zudem stärkt Bildung ihr Selbstbewusstsein und schützt vor Kinderarbeit. Direkte Förderung: Deshalb unterstützen wir mehr als 360 Mädchen aus armen Familien, schulen diese ein und tragen alle Kosten wie Gebühren, Schuluniformen, Schuhe, Rucksäcke, Unterrichtsmaterialien und Schreibwaren. Neben der Ausbildung bilden wir durch Workshops in Hygiene und Gesundheitsvorsorge, Frauen- und Kinderrechten sowie Umwelt- und Ressourcenschutz weiter. Unser Ziel ist es, die Kinder bis zum Schulabschluss zu fördern, um ihnen zu echten Chancen im Leben zu verhelfen.

Die Verbesserung der schulischen Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Schulausbildung. Wir haben derzeit sieben örtliche Schulen ausgewählt, die unsere geförderten Mädchen besuchen. Die Schulen unterstützen wir mit Tafeln, Bänken, Tischen, Schränken sowie Lehr- und Lernmaterialien. Darüber hinaus richten wir kleine Büchereien ein, finanzieren zusätzliche Lehrkräfte und Unterrichtseinheiten. In zwei Schulen erhalten die Schulkinder von uns täglich eine warme Mahlzeit, um die Ernährungssituation zu verbessern und den Eltern einen weiteren Anreiz zu liefern, ihr Kind zum Unterricht zu schicken. Außerdem werden dort dreimal jährlich medizinische Grunduntersuchungen durchgeführt – im Rahmen mehrtägiger Healthcamps. Dabei beschränken wir uns nicht auf die geförderten Mädchen, sondern beziehen alle ca. 1200 SchülerInnen mit ein, da auch deren Familien meist bettelarm sind und sich Medikamente oder Arztbesuche nicht einmal im Notfall leisten können.

ZWANGSHEIRAT VERHINDERT

Die 11-jährige Sirjana aus Thakaltar erfuhr von der baldigen Heirat ihrer 13-jähigen Freundin. Traditionell üblich hatte diese zugestimmt. Sirjana bangte um die Zukunft ihrer Freundin. Durch die Trainings war sie über Kinderheirat aufgeklärt. Sie schaltete unseren Projektleiter ein und gemeinsam gelang es, die Heirat zu verhindern. Aufklärung und Bildung schärft das Bewusstsein für gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und animiert zur Veränderung. 

 

 

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