LEBEN AM RANDE DER GESELLSCHAFT

Die Bewohner unserer Projektdörfer sind in Nepal sozial ausgegrenzt und gehören zur ärmsten Bevölkerungsschicht des Landes. Zugang zu Bildung bleibt ihnen aus ökonomischen, aber auch aufgrund gesellschaftlicher Restriktionen meist verwehrt. Ihre Arbeitskraft wird systematisch ausgebeutet. In manchen Gebieten dürfen sie nicht einmal Krankenstationen und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Auch die Nutzung des Dorfbrunnens wird ihnen oftmals nicht gestattet, da die Bevölkerung glaubt, ein Dalit oder Kastenloser verunreinige das Wasser. 90 Prozent der „ausgestoßenen“ Frauen leben unter der Armutsgrenze und wissen nicht, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. Übersetzt bedeutet Dalit ‚oppressed people’ – unterdrückte Menschen.

Da sich die Lebenssituation in den Wäldern und den Bergen Nepals im Laufe der Jahre zunehmend verschlechterte, es für die Menschen keine Arbeit mehr gab, die Nahrung immer knapper wurde und Hungersnöte ausbrachen, siedelten die ohnehin benachteiligten Dalit-Familien in das fruchtbare Terai-Gebiet („feuchtes Land“) um.

Auch kastenlose Naturvölker, ehemalige Tribals, siedelten sich in den Hügeln an. Noch vor wenigen Jahren lebten sie in den Wäldern. Doch als diese zu einem Nationalpark erklärt und das Jagen verboten wurde, mussten die Tribals eine neue Lebensgrundlage finden, waren aber zu nichts ausgebildet, da sie vorher fern der Zivilisation lebten. Beide Bevölkerungsgruppen, Dalits und Tribals, haben sich zum Teil erst vor einer Generation in unserem Projektgebiet niedergelassen und leben dort gemeinsam als „Ausgestoßene“ von der nepalesischen Gesellschaft.

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