VOM REICHEN JAGDREVIER ZUM ARMENGEBIET

Chitwan ist einer von 75 Distrikten in Nepal mit über 570.000 Einwohnern. Der Legende nach kamen einst Sadhus von nah und fern, um in dem bewaldeten Land zu meditieren. Der Name Chitwan leitet sich aus dem Namen eines früheren Königreiches ab, welches als Chitra Sen bekannt war. Zusammengesetzt aus den nepalesichen Wörtern „chitta“ (Herz) und „wan“ (Wald) bedeutet es „das Herz des Waldes“.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts war Chitwan für die herrschende Klasse Nepals während der Winterzeit das bevorzugte Jagdrevier. Bis in die 50er Jahre schossen die Feudalherren innerhalb weniger Monate jeweils hunderte von Tigern, Nashörnern, Leoparden und Bären. Danach wurde die Region teilweise zur Besiedelung für arme Farmer freigegeben, die auf der Suche nach fruchtbaren Ackerland waren. Dies bedeutete für die Fauna eine extreme zusätzliche Belastung, da die Wilderei massiv anstieg. 1973 wurde schließlich der National Park gegründet und 1984 schließlich zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Bevölkerung der einzelnen Regionen Chitwans besitzt keine homoge Struktur in der Kultur, Tradition und Sprache, da sie sich aus verschiedenen teilweise zwangsumgesiedelten Stammesgruppen zusammensetzt: den Chepang, den Thamang und den Thaurs. Ihnen allen gemein ist ein Leben an oder unterhalb der Armutsgrenze, geprägt von Chancenlosigkeit und Ausbeutung.

 

 

Das könnte Sie auch interessieren: