WER EIN LAND WIEDER AUFBAUEN WILL, MUSS KLEIN ANFANGEN. BEI DEN KLEINSTEN

Für jeden Einzelnen in Nepal begann mit den Beben eine neue Zeitrechnung: Die Zeit vor und die Zeit nach dem Beben. Fast jeder Nepali hat einen Verlust zu beklagen, denn ganz Nepal wurde erschüttert, betroffen und verändert – und das auf lange Sicht. Für die Kinder bedeutet das eine riesige Last auf ihren kleinen Schultern. Unbeschwert war ihre Kindheit schon vorher nicht, da sie in einem verarmten Land aufwuchsen. Doch zu der Armut kam nun die schreckliche Tatsache, dass die Hälfte ihres Landes in Trümmern liegt. Deshalb richteten wir nach intensiver Soforthilfe in betroffenen Gebieten unseren Fokus auf die Kinder: Denn die Zerstörung und schwere Beschädigung von mehr als 30.000 Klassenzimmern raubten einer Million Schulkindern die Hoffnung, ihre Schulausbildung fortzusetzen. Nach erfolgten Trauma-Trainings für Kinder und der Bereitstellung von Zeltschulen leiteten wir deshalb den Wiederaufbau von Schulen ein, um den Kleinsten die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben zurückzugeben. Dafür werden wir die Projektgebiete erweitern und uns auch um den Aufbau zerstörter Schulen weiterer Orte kümmern.

Ausblick

Neben der kontinuierlichen Betreuung der Erdbebenopfer in unseren Projektgebieten planen wir nun den Wiederaufbau von bis zu 10 zerstörten Schulen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen – die Monsunzeit und angekündigte Auflagen der Regierung zum Bau von Schulen verzögern viele Projekte. Um die Planungsphase jedoch möglichst kurz zu halten, stehen wir in engem Kontakt mit den Regierungsstellen. Zeitgleich prüfen unsere Projektleiter gerade, welche Gemeinden am dringendsten unsere Unterstützung benötigen. Denn es gibt noch viele Orte, die nicht das Glück hatten, Unterstützung von Hilfsorganisationen zu bekommen. Dort werden wir zuerst ansetzen. Aber natürlich werden auch unsere anderen laufenden Projekte in Nepal fortgeführt. Denn selbst die nicht zerstörten Teile des Landes sind extrem be-lastet und drohen „auszubluten“, da sämtliche Ressourcen des Landes auf das Äußerste beansprucht werden. Deswegen läuft unsere Hilfe kontinuierlich weiter – sowohl in Chitwan als auch in unserem zweiten Projektgebiet in Mugu.

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