NACH FAST VÖLLIGER VERWÜSTUNG: DIE WIEDERGEBURT DER BHARDEU SCHULE

Während der katastrophalen Erdbeben im Frühjahr hatte es dem kleinen isolierten und bitterarmen Ort Bhardeu, der 25 km entfernt von Kathmandu in den Hügelregionen liegt, besonders hart getroffen. 4 von 5 Schulgebäuden inklusive dem Toilettenhäuschen fielen den Erschütterungen zum Opfer und wurden völlig zerstört. Die Schule bietet als Higher Secundary School Unterricht bis zur 12. Klasse an und ist deshalb von enormer Bedeutung für die gesamte Region. Diese stammen aus Tibet und wurden vor ca. 1000 Jahren in Nepal sesshaft. Back to Life setzte sich umgehend für einen schnellen Wiederaufbau von möglichst vielen Gebäuden ein, damit die Schule schnellstmöglich wieder einen effektiven Unterricht abhalten kann.

Am 04.12.2015 war es endlich soweit: die beiden wiedererrichteten neuen Schulgebäude sowie ein neues Toilettenhäuschen wurde in der Schule von Bhardeu in Nepal offiziell eröffnet. Bei der feierlichen Eröffnung waren neben dem Lehrkörper, den Schülern und Familien natürlich auch die Mitarbeiter unseres Teams sowie offizielle Vertreter der Schulbehörde anwesend.

Der Schulleiter Mr. Sukaman Ghalan ist glücklich: „Im Namen aller Kinder, Lehrer und Familien möchte ich ein großes Dankeschön und unsere besten Wünsche aussprechen. Dafür, uns der Wiederaufbau von den zerstörten Gebäuden ermöglicht wurde.“ Er fährt fort: „Doch wir haben eben nicht nur zwei neue Gebäude erhalten, die nebenbei gesagt erheblich komfortabler als die alten sind – auch eine ganz neue Einrichtung wurde uns geschenkt: Saubere neue Toiletten in bester Ausstattung, neue Tische und Bänke sowie umfangreiche Lernmaterialien. Unsere gesamte Schule wurde gänzlich renoviert und komplett neu gestrichen. Das ist nicht nur ein Wiederaufbau gewesen, es ist eine Wiedergeburt der Schule auf einer höheren Stufe.“

Denn nach dem Erdbeben fehlten plötzlich ganze 8 Klassenräume, die Verbliebenen waren völlig überbelegt mit Schülern – es herrschte nahezu Chaos. Manche Klassen bevorzugten deshalb sogar unter offenem Himmel zu lernen, was aber auch nur bis zur Monsun-Zeit durchführbar war. Durch die zwei neuen Gebäude ist endlich wieder ein geordneter Unterricht möglich, denn mit insgesamt 4 neuen Klassenräumen kann wieder vernünftig gearbeitet werden. Eine große Erleichterung für die 323 Schüler.

Der Wiederaufbau fand in relativ kurzer Zeit statt – trotz des einsetzenden Monsuns, der die Arbeiten erheblich erschwerte: Die Fahrzeuge kamen nicht mehr den Berg zur Schule hinauf und blieben stecken. Deshalb musste das gesamte Material vom Zement über Ziegelsteine bis zu Eisenstangen mühsam auf dem Rücken den Berg hinauf geschleppt werden. Und auch während des eigentlichen Baus sorgte der viele Regen immer wieder für starke Einschränkungen. Doch außer dem Team von Back to Life halfen auch die Familien der Schüler mit und der Bau konnte schließlich erfolgreich abgeschlossen werden. Dabei wurde auch darauf geachtet, dass möglichst viele Materialien wiederverwertet werden konnten: Das galt z.B. für die Zink-Dächer der Gebäude, wie auch für Türen und Fenster. Gemauert wurde mit umweltfreundlichen Eco-Tech Steinen, die ohne die Umwelt zu verschmutzen aus recyceltem Steinstaub und Zement hergestellt werden.

Die Schülerin Lalita Lopchan geht in die 11 Klasse in Bhardeu. Sie erinnert sich mit Schaudern zurück: „Es war eine wirkliche Tragödie als die Gebäude zusammenbrachen, wir verloren all unsere Hoffnung. Ich weiß noch wie es war, als ich zum ersten Mal das Ausmaß der Zerstörung sah: Kein Stein war mehr auf dem anderen. Jetzt nach 6 Monaten stehen hier diese beiden schönen neuen Gebäude und alles ist sogar noch hübscher geworden als zuvor. Unsere Hoffnung ist zurückgekehrt. Wir hatten Angst, dass wir keinen weiteren Unterricht mehr bekommen würden. Jetzt sind wir sehr glücklich.“

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