NIERENSTEIN-OP ERFORDERLICH

Anfang Dezember 2013 erfuhren wir von unserem Projektmanager Dikendra Dhakal, dass eines der von uns betreuten Schulmädchen in Chtiwan – die damals zehnjährige Aster Chepang - unter sehr starken Schmerzen im Bauchbereich leide, woraufhin wir Aster direkt im nächstgelegenen Krankenhaus in Bharatpur (ca. 40 Km von ihrem Heimatdorf entfernt) untersuchen ließen. Die Ärzte entdeckten mehrere, teils große Nierensteine, sahen sich aber außerstande die dringend notwendige Operation in Bharatpur durchführen zu können und verwiesen uns an eine Klinik in Kathmandu, die besser ausgestattet sei. Da sich die arme Familie weder den Transport noch die Behandlung jemals hätte leisten können, entschieden wir uns diese Kosten zunächst zu übernehmen und brachten das Mädchen und ihren Vater umgehend nach Kathmandu. Dort nahm sie unser Mitarbeiter Dharma in Empfang und kümmerte sich fortan um die Organisation der Behandlung sowie die Versorgung des Mädchens und ihres Vaters. Zunächst ließen wir Aster erneut in einem staatlichen Krankenhaus untersuchen. Die Ärzte bestätigten die Diagnose und die Dringlichkeit einer Operation, konnten uns aber in keinem der staatlichen Krankenhäuser Kathmandus war in den nächsten zwei Monaten ein Operationstermin anbieten, so dass wir uns an eine Privatklinik wandten. Im Himal Hospital übernahm Dr. Ashok Rana die Behandlung und bestätigte zunächst die bisherige Diagnose. Als Ursache für die Nierensteine stellte er außerdem eine Verengung des Harnweges zwischen der linken Niere und der Blase fest. Nachdem er sich mittels Blutuntersuchung und Röntgenaufnahmen ein umfassendes Bild verschafft hatte, riet uns Dr. Rana zu einer schnellen Operation. Andernfalls würden die Nierensteine zu einem Versagen der linken Nieren führen sowie zu einer Infektion der noch gesunden rechten Niere und damit im schlimmsten Fall zum Tode des Kindes. Daher wurde Aster bereits am darauf folgenden Tag operiert.

Aufgrund der hohen Anzahl von insgesamt sieben Nierensteinen und deren Größe (darunter einer von 2x2cm!) musste die Niere während der Operation geöffnet werden, um die Steine zu entfernen. Außerdem wurde auch der verengte Harnweg durch eine eingesetzte Gefäßstütze (engl. „stent“) geweitet, um weiteren Nierensteinen in der Zukunft vorzubeugen. Obwohl die Operation sehr erfolgreich verlief, war die Niere naturgemäß noch angegriffen, weshalb Dr. Rana entschied, das Mädchen solle noch einige Zeit zur Beobachtung der Nierenfunktion und zur Erholung von der Operation im Krankenhaus verbleiben. Am 11. Januar 2014 konnte Aster vollkommen gesund entlassen werden. Ihre Niere weist keinerlei Schädigung auf und sie hat weder Schmerzen noch sonstige Einschränkungen zu beklagen. Mittlerweile ist Aster mit ihrem Vater in ihr Heimatdorf in Chitwan zurückgekehrt und wird regelmäßig von unserem Team vor Ort besucht. In etwa drei Monaten muss sie zu einer weiteren Nachuntersuchung nach Kathmandu, bei der die Funktion der Nieren sowie die Verbesserung durch die eingesetzte Gefäßstütze kontrolliert werden sollen. Aster und ihre Familie sind unendlich dankbar, dass ihr durch regelmäßige Unterstützung ihres Paten sowie durch den Stiftungsfonds Behandlungskostenhilfe (www.behandlungskostenhilfe.de), der sich schnell und unbürokratisch bereit erklärte die Kosten der Behandlung zu übernehmen, „ein neues Leben“ geschenkt werden konnte. Der Stiftungsfonds Behandlungskostenhilfe ist in die Merck Finck Stiftung (http://merckfinck.de/ueberuns/MF-Stiftung.html) eingebettet und hat sich zur Aufgabe gemacht kranken Kindern eine Behandlung zu ermöglichen, deren Familien sich eine solche selbst nicht leisten können. Wir arbeiteten in diesem Fall erstmalig mit dem Stiftungsfonds zusammen und hoffen diese Kooperation in der Zukunft ausbauen und in ähnlichen Fällen wiederholen zu können. Auch wir möchten uns herzlich für diese Unterstützung bedanken!

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