STERBEN FÜR DAS LEBEN: DIE TRAGÖDIE DER FRAUEN

Traurige Rekorde: Die Mütter- und Säuglingssterblichkeitsrate in Mugu zählt zu den höchsten weltweit Frauen sterben hier noch meist noch vor den Männern. Normalerweise ist das umgekehrt. Lebensumstände wie vor Hunderten von Jahren, Lebensmittelknappheit, Mangel, Armut, härteste körperliche Arbeit und Aberglaube bedrohen das Leben der Frauen und Neugeborenen.

Während der Periode gelten Frauen als „unrein“ und sind verpflichtet, das Haus zu verlassen. Denn – um nicht die Götter zu erzürnen – verbietet der Glaube der Menschen, dass im Haus Blut vergossen werden darf. Mit schlimmen Konsequenzen: Unter unvorstellbaren Bedingungen müssen Frauen und Mädchen jeden Monat nächtelang in stinkenden, finsteren Ställen voller Tierfäkalien und Schmeißfliegen ausharren. Oder sind im Wald schutzlos der Kälte und Witterung des Hochgebirges ausgesetzt.

Selbst ihre Babys müssen sie im Stall oder in einem Erdloch im Wald zur Welt bringen – eine erbarmungslose Prozedur, die oft weder Mutter noch Kind überleben.

Aufgrund dieser unhaltbaren unhygienischen Zustände leiden viele Frauen unter schweren Infektionen, Blutungen, Abszessen, Lungenentzündungen oder Durchfall. Diese katastrophalen Bedingungen sind dafür verantwortlich, dass die meisten Frauen bereits ein Kind verloren haben. Jedes Dorf kann von Müttern berichten, die an Blutungen oder ähnlichen Komplikationen gestorben sind.

Die Geschichte von Sushila

Sushila, eine lebensbejahende Frau aus Loharbada, erinnert sich schmerzhaft an ihre eigene schon 22 Jahre zurückliegende Erfahrung, was eine Geburt in freier Na- tur bedeuten kann: 

Denn als sie damals ihr Baby auf dem bloßen Waldboden zur Welt bringen musste, stieß das Kind während der Geburt mit dem Kopf gegen einen der überall umherlie- genden Felsbrocken. Die Verletzungen waren so schlimm, dass ihr Baby nur zwei Tage später verstarb. Heute ist Sushila Leiterin des Geburtshauskomitees in Loharbada und hilft anderen Frauen ihres Dorfes und in der Umge- bung, damit ihren Kindern nicht das gleiche furchtbare Schicksal zuteil wird. 

Einer weiteren Frau aus dem Dorf wurde nachts ihr Neugeborenes von einem Schakal entrissen, unauffindbar verschleppt und wahrscheinlich aufgefressen. 

Für uns nahezu unglaubliche Geschichten, doch in Mugu leider grausame Realität: Denn Schakale und Wölfe bedrohen oft Menschen und kommen auf der Suche nach Fressbarem in der Dunkelheit gefährlich nah an die Dörfer heran. Jede Nacht kann man sie heulen hören. 

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