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24.03.2016

Eine schöne Nachricht zu Ostern: Das 250. „Back to Life-Baby“!

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In den schwer erreichbaren Bergen Mugus – fernab jeglicher medizinischer Versorgung – betreiben wir mittlerweile 4 Geburtshäuser in Loharbada, Seri, Rara und Kalai, um den Frauen Mugus eine kontrollierte Geburt unter menschenwürdigen und hygienischen Bedingungen zu ermöglichen. Unsere nächsten Geburtshäuser werden bald in Gamtha und Khamale entstehen. Tradition und Geisterfurcht führten bisher dazu, dass die Frauen sich während der Periode und bei der Geburt entweder in die freie Natur oder in Kuhställe zurückziehen mussten. Mit der Folge, dass Mugu eine der höchsten Mütter- und Säuglingssterberaten der Welt hat. 

Umso mehr freut es uns, dass unsere Idee der Geburtshäuser so gut von der Bevölkerung angenommen wurde – selbstdie Schamanen konnten wir auf unsere Seite ziehen. Und so kommt es nun, dass kürzlich bereits das 250 „Back to Life- Baby“ geboren wurde. Unglaublich, das 150. liegt erst wenige Monate zurück! Wir sind sehr aufgeregt, denn dieses „runde Jubiläum“ bedeutet für uns nicht nur eine erfolgreiche Projektarbeit, sondern auch den Beweis, dass es durchaus möglich ist, auf langfristige Art und Weise traditionelle Werte und einheimische Kultur zu achten und trotzdem für eine dramatische Verbesserung der medizinischen Bedingungen zu sorgen. Es wird noch etwas dauern, aber unser Ziel der nächsten Jahre ist letztlich, die 55.000 Menschen Mugus mit genügend Geburtshäusern zu versorgen, damit kein Kind und keine Mutter mehr wegen vermeidbarer Risiken sterben muss. 

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Die 24-jährige Mutter heißt Belasha Budha und ihr Neugeborener wog bei der Geburt 3 kg. Ihre zwei vorigen Kinder musste sie noch in Kuhställen gebären. Belasha ist glücklich: „Dieses Mal musste ich keine Angst um mein Leben haben... Ich ging bereits 6 Monate zuvor zur Vorsorgeuntersuchung und als es dann soweit war, hat die Hebamme mein Baby sicher und gesund zur Welt gebracht.“ 

Unsere Hebammen und Krankenschwestern kümmern sich neben der medizinischen Betreuung auch um wichtige Aufklärungsarbeit, sei es zum Thema HIV und Verhütung, den gesundheitlichen Risiken bei vielen Schwangerschaften in wenigen Jahren oder bei einer sinnvollen Familienplanung. Gerade der letzte Punkt ist von großer Bedeutung, wie der Fall von Chinpura Mala zeigt: Mit ihren gerade mal 25 Jahren gebar sie vergangenen Monat ihr mittlerweile 5. Kind in unserem Geburtshaus in Seri. Die Geburt verlief bestens, Mutter und Kind sind wohlauf. Ihre vorherigen 4 Kinder kamen noch im Kuhstall zur Welt – zum Glück ging auch damals alles gut. Jedoch sind alle Kinder Mädchen, ein Manko in der traditionell patriarchalisch geprägten Gesellschaft, wo ein Junge eine größere Wertschätzung genießt. Und so haben Chinpura und ihr Mann Jagat bei jeder Schwangerschaft darauf gehofft, dass endlich ein Junge geboren wird. Nach einem Gespräch mit unserem Geburtshausteam verstanden aber beide, dass weitere Schwangerschaften ein unnötiges Risiko und eine große Belastung darstellen. Jagat ist nun überzeugt: „Wir werden keine weiteren Kinder mehr bekommen, 5 Töchter sind genug. Dafür werden wir sie wie Söhne erziehen.“ 

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Falls Ihr auch gerne Pate unserer Geburtshäuser werden möchtet, findet Ihr hier weitere Informationen.

Wieder einmal gilt unser Dank natürlich unseren neuen und langjährigen Paten, die unsere Nepal-Projekte unterstützen. Dieser tolle Erfolg wäre ohne Euch nicht zu verwirklichen gewesen. 

Wir wünschen Euch allen ein schönes Osterfest!