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10.06.2016

Umweltschutz durch Kinderhand: Der „Thakaltar Child Club“

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Nachdem die diesjährigen Schulprüfungen vorbei waren, haben sich die Kinder des durch uns initiierten Jugendclubs im südnepalesischen Thakaltar (Chitwan), daran gemacht, auch noch etwas für die Gemeinschaft zu tun: Sie sorgten für große Abfallsammelbehälter in dem Back to Life-Projektdorf, die der zunehmenden Verschmutzung durch umherliegenden Müll entgegenwirken sollen.

Ihnen war aufgefallen, dass ihr einst sauberes Dorf fortlaufend durch den durch LKWs, Traktoren und Jeeps zunehmend genutzten Bergweg indirekt verdreckt wird: Denn immer häufiger werden in den abgelegenen Hügeln Thakaltars auch industriell produzierte Gerichte und Lebensmittel konsumiert, die von ebendiesen Fahrzeugen angeliefert werden. Das wiederum bringt auch eine sichtbare Zunahme an Verpackungsmüll mit sich sowie eine spürbare Abnahme der Hygiene. Der Abfall wurde bisher aus Unkenntnis der Konsequenzen nicht weit von der eigenen Haustür entsorgt und war dadurch an allen Ecken des Dorfes auffindbar. Stellte das noch bei traditionell eher organischen Abfällen kein größeres Problem da, vermischte sich nun der Müll mit nicht abbaubaren Plastikverpackungen und Metalldosen. Plötzlich war auch ein Einfluss auf die Tiere des Dorfes spürbar, denn man konnte Vieh auf den Feldern sehen, das sich am Kauen von Plastik versuchte. Der Müll geriet also mittlerweile auch in die Nahrungskette.

Inspiriert vom „Piple Child Club“ – einem Jugendclub in einem weiteren unsere Projektdörfer, bei dem durch unsere Betreuung ein gleich geartetes Umweltschutz-Projekt gestartet wurde – waren die Kinder Thakaltars von der Idee so begeistert, dass sie diese unbedingt für ihr Dorf adaptieren wollten. Sie hatten zuvor bei ihrer Teilnahme an einem vom „Piple Child Club“ ausgetragenen Sportwettkampf gesehen, wie viel sauberer das Dorf Piple im Vergleich zu ihrem wirkte. Und so fragten die Kinder bei unseren Projektmitarbeitern nach, ob wir ihnen große Zementringe als Abfallsammelbehälter sowie Pinsel und Farbe für die Beschriftung zur Verfügung stellen könnten, was wir natürlich gerne zusagten.

Doch mit der bloßen Aufstellung dieser Behälter lassen sich Gewohnheiten von Bewohnern nicht einfach ändern. Das hatten die Kinder durch Gespräche mit uns und aus den Erfahrungsberichten der Kinder aus Piple bereits gelernt. Deshalb entwickelten sie eine kleine Kampagne: Sie teilten sich in Gruppen auf und zogen im Dorf von Tür zu Tür – um Aufklärungsarbeit für die Notwendigkeit einer sauberen Umgebung sowie das korrekte Trennen von organischem und unorganischem Müll zu leisten. Zudem: Wenn sich ein Dorfbewohner zukünftig nicht richtig kooperativ zeigen sollte, muss dieser ab sofort eine kleine „Strafgebühr“ an den Child Club zahlen. Diese wird dann für neue Umweltschutzprojekte des Clubs eingesetzt werden.

Nun wird der unorganische Müll zentral gesammelt und zu Müllkippen abtransportiert, der organische auf Komposthaufen geschichtet und zum Düngen verwendet. Natürlich ließen es sich die Kinder nicht nehmen, die Sammelbehälter auch noch anzustreichen und zu beschriften: „Wirf Deinen Müll nicht in die Gegend, halte die Umgebung sauber!“ Ein voller Erfolg. Alle Mitglieder des Child Club sind sehr stolz auf das Erreichte und es ist einmal mehr bewiesen, wie bedeutend Bildung nicht nur für die persönliche Entwicklung eines Kindes in Nepal ist, sondern letztlich für die Entwicklung ganzer Gemeinschaften und Landstriche.

 

 

 

 

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