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08.07.2016

„Bildung öffnet die Augen“: Unsere 9. Schule in Mugu steht nun in Khamale.

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Mr. Rawal ist tief gerührt und unendlich dankbar. Heute ist er zwar ein alter Mann, dem das tägliche Leben nicht mehr leicht von der Hand geht, aber er erinnert sich noch sehr gut, wie es früher einmal im nepalesischen Khamale gewesen war: „Als ich jung war, konnte ich gar nicht zur Schule gehen. Es gab zwar eine, aber sie war viel zu klein, um für alle Kinder Platz zu bieten! Auch unsere bisherige Schule war viel zu klein... Back to Life hat mit dem Schulneubau unser Leben geändert ­– endlich können alle Eltern ihre Kinder zur Schule schicken. Bildung öffnet die Augen. Unsere Kinder werden als gebildete Menschen durch das Leben schreiten – nicht wie ich blind und arm.“

Die Situation in Khamale war mehr als trostlos. Das alte Steingebäude war in einem verwahrlosten Zustand und so klein, dass der Unterricht häufig draußen stattfinden musste – es war schlichtweg nicht genug Platz für alle Kinder. Bei Monsun-Regen oder Schnee blieb den Lehrern oft nichts anders übrig, als die Kinder nach Hause zu schicken. Der Unterricht war also bisher sprichwörtlich von der Witterung abhängig. Im Inneren des düsteren Gebäudes saßen die Kinder auf einem alten Balken an der Wand – der Boden des Raumes bestand nur aus staubiger Erde und Steinen.

Nun wurde das von uns gebaute, hübsche Schulgebäude eingeweiht, welches mit den übrigen zusammen endlich genügend Platz für die 253 Schüler der 1.– 8. Klasse und natürlich auch für die Lehrer bietet. Dazu gibt es auf zwei Stockwerke verteilt insgesamt 4 große Klassenzimmer – ausgestattet mit genügend neuen Tischen und Bänken und allem, was man für den Unterricht benötigt.  Ein offizieller Abgesandter des Distriktes Mugu betitelte die Schule sogar schwärmend als „das beste Schulgebäude, das je in Mugu gebaut worden war. Ein Vorbild für die ganze Region.“

 

 

 

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An die Schule ist eine Kindertagesstätte für die Kleinsten angeschlossen. Diese wurde komplett mit einem richtigen Boden, weichem Teppich, Kissen und Unterrichtsmaterialien ausgestattet, damit die Kinder nie wieder im Staub lernen und spielen müssen. Beim Bau des Gebäudes – der übrigens schon vor den Erdbeben begann – wurde rückwirkend extra auf eine zusätzlich verstärkte Konstruktion geachtet, um bei neuen Erdbeben besser standzuhalten. Zudem wurden die Fluchtwege so konzipiert, dass die Kinder in diesem Fall schnellstmöglich das Gebäude verlassen können. Deshalb gibt es zwei Aufgänge in den ersten Stock. Der Architekt, mit dem wir auch schon bei den vorigen 8 Schulen erfolgreich zusammengearbeitet haben, entwarf für Khamale ein zweistöckiges, überwiegend aus lokalen Materialien gebautes Gebäude, damit den Kindern auf dem Gelände vor der Schule auch noch genug Platz zu spielen bleibt. So wurden die Aspekte Sicherheit und Nutzbarkeit bestens in Einklang gebracht.

Die gesamte Bevölkerung von Khamale ist wahnsinnig stolz auf die neue Schule, an der sie über viele Monate vollen Herzens mitgebaut haben. Sie haben nun wieder Hoffnung für ihre Kinder und wir sehen das Leuchten in ihren Augen.

 
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