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23.07.2016

Namaste aus Nepal

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Endlich bin ich wieder hier, in meiner Herzensheimat, und das bereits seit zwei Wochen. Ich melde mich jetzt erst, weil die ersten Tage damit vergingen, mein wunderbares Team, meine Freunde und unsere „Einzelschicksale“ wiederzutreffen. Mein Sohn ist auch mit dabei und freut sich, seine ehemaligen Klassenkameraden wiederzusehen. Nach den vielen positiven aber auch anstrengenden Terminen in Deutschland tut es gut, wieder in die asiatische Gelassenheit sowie in die lebendige Lebenslust und Fröhlichkeit der Nepalis einzutauchen.

Unserer kleinen Khushi geht es sehr gut, sie entwickelt sich zu einem selbstbewussten Teenager, spricht mittlerweile fließend Englisch und ist wie immer die Klassenbeste. Mit ihr verbrachten wir ein schönes Wochenende. Khushis Entwicklung zeigt mir ganz deutlich, welch überaus positiven Entwicklungen entstehen können, wenn man Einzelschicksalen die Hand zur Hilfe reicht – wir geben ihr eine Chance zu einer lebenswerten Zukunft. Diese ermöglichen wir ihr seit 2010 einerseits durch langjährige medizinische Hilfen in Form von Operationen – wegen ihrer großflächigen, schweren Verbrennungen, die vor Jahren durch einen Unfall mit Frittier-Öl in den Bergen Mugus entstanden –  sowie durch die Möglichkeit einer fundierten Schulbildung. Khushi nimmt diese Chance mit ganzem Herzen und vollem Einsatz wahr. Ich bin mir sicher, sie wird ihren Weg gehen. Dabei ist sie glücklich und das macht mich tief im Herzen sehr froh. Auch Bhim – der seit einem Busunfall in Indien ab dem Bauchnabel abwärts paralysierte Mann aus Mugu – den wir, um ihn besser versorgen zu können, in einem Behindertenheim in Kathmandu untergebracht haben, ist wohlauf und guter Dinge und hat sich sehr über unseren Besuch gefreut.

Im Moment werden wir gottlob nicht von den noch immer vorherrschenden Nachbeben durchgeschüttelt, die unterschwellige Angst davor schlummert aber ständig in mir. Leider verhindert der starke Monsun nun Projektbesuche in Mugu sowie im Erdbebengebiet Nuwakot. Auch die Bautätigkeiten an den Schulen in Nuwakot mussten durch die heftigen Regenfälle vorrübergehend gestoppt werden, das Baumaterial kann schlichtweg auf den einfachen Lehmwegen nicht angeliefert werden. Für die Bergbauern ist der diesjährige besonders heftige Monsun aber durchaus auch ein Segen, da daraufhin hoffentlich eine gute Ernte folgen wird. Dazu kommt: In vielen Dörfern sind die Wasserwege durch die Erdbeben verschüttet worden, der Monsun garantiert also letztlich auch ihr Überleben.

Liebe Back to Life-Freunde, ich wünsche Euch allen einen schönen Sommer und verabschiede mich für heute. Mein Sohn und ich nehmen uns jetzt ein paar Tage frei, dann geht es weiter.

Namaste und alles Liebe,

Eure Tara-Stella

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