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24.12.2016

Zwei neue Geburtshäuser in Mugu – zwei neue „Back to Life-Babys“ in Gamtha

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Endlich war es soweit: Die Eröffnungsfeierlichkeiten unserer neuen Geburtshäuser in den Orten Gamtha und Khamale in Mugu konnten stattfinden. In den letzten Monaten hatte die Bevölkerung beider Dörfer und das Back to Life-Team besonders konzentriert gearbeitet, um die Gebäude noch rechtzeitig vor dem Winter in Betrieb nehmen zu können. Die vielen Anstrengungen haben sich gelohnt: Der Bauplan konnte termingerecht eingehalten werden – bei einer Lage mitten im nepalesischen Gebirge nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit.

Die Freude ist groß, endlich sind keine Geburten in Kuhställen und der freien Natur mehr nötig. Es wurde ein Rückzugsort für werdende Mütter geschaffen – ohne, dass der vorherrschende Glaube in Frage gestellt werden musste. Geburten in einem kontrollierten, medizinischen Umfeld ¬– davon konnten die Frauen in beiden Orten bisher nur träumen. Mit großem Schrecken erinnert man sich deshalb in Gamtha noch an die Tragödie vom Januar 2016: Die hochschwangere Rupa Kanya war, zusammen mit ihrem Ungeborenen, nach einem schmerzvollen 12-stündigen Transport durch das Gebirge, noch an der Landepiste verstorben – bevor sie von uns für eine Notoperation in das Krankenhaus von Nepalgunj ausgeflogen werden konnte. Sie wurde nur 26 Jahre alt. 

Bei der Eröffnungsrede sagte Shanti Sanjyal, die Sprecherin der Mütter Gamthas: „Ich hoffe, von nun an muss keine Mutter mehr in Gamtha sterben. Ich fordere alle Ehemänner, Brüder und Söhne auf: Bringt Eure Schwangeren in das Geburtshaus!“ Anschließend wurde, neben allen am Bau beteiligten Maurern, Schreinern und Arbeitern vor allem dem Rotary Club Bad Homburg-Schloss gedankt, der den Bau des Geburtshaus maßgeblich finanziert hatte. Wie dringend die Fertigstellung war, zeigt, dass schon kurz nach der Eröffnung die ersten beiden „Back to Life-Babys“ Gamthas geboren wurden. Beide Geburten verliefen ohne Komplikationen. Eine der beiden Mütter, die 24-jährige Hasu Rawell erzählt nach der Geburt ihres Sohns: „Ich war schon voller Sorge, dass ich mein Kind noch vor der Eröffnung des Geburtshauses bekomme. Dann hätte ich es doch noch in einem Kuhstall zur Welt bringen müssen. Jetzt bin ich überglücklich, dass alles so gut verlaufen ist“. Genau an so einem düsteren Ort hatte die 32-jährige Moti Rawal bisher alle ihre Kinder geboren. Das kleine Töchterchen ist bereits ihr siebtes Kind. 

 

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Auch in Khamale herrscht nun große Erleichterung dank der Großzügigkeit der Kurt Lange Stiftung: Die Bewohner der 335 Haushalte des Dorfes sind stolz auf ihr neues Geburtshaus. Bhakta Budha, Vorsitzender des Gesundheitskomitees betont: „Gesunde Mütter und Kinder machen das ganze Dorf gesund. Eine gute Gesundheit bedeutet Wohlstand für unser Dorf. Unser Dank geht an Back to Life und die Kurt Lange Stiftung, die unsere Gemeinschaft zum Gedeihen bringt!“ Bereits seit Anfang 2016 betreuen die Hebammen und Krankenschwestern beider Dörfer die Schwangeren und kümmern sich um die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen und Geburtsvorbereitungen. In Khamale durchgeführt von Ainkala Rawat und Sushila Karki: Beide kommen ursprünglich aus Nachbardörfern, Ainkala hat sogar schon zuvor im Distriktkrankenhaus von Mugu gearbeitet und deshalb bereits viel Erfahrung. Auf die Frage, warum sie ihren von der Regierung bezahlten Job im Krankenhaus für das Geburtshaus von Khamale gekündigt hatte, lächelt sie. „Außer dass ich es jetzt viel näher zur Arbeit habe, begeistert mich vor allem die gute Ausstattung des Hauses. Von der Technik über die Medizin bis zu den hübschen Räumen ist alles so wie es sein sollte. So habe ich eine sehr gute Basis, den Frauen helfen zu können.“

Mittlerweile sind in den insgesamt sechs Geburtshäusern von Back to Life schon über 370 Babys geboren worden – mit unseren Neueröffnungen ist es nicht unwahrscheinlich, die 500. Geburt noch in 2017 feiern zu können. Wir freuen uns darauf.

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