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13.02.2017

Wiederaufbau 6 nepalesischer Schulen – Stella ist vor Ort

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Namaste aus Nepal!

Schon bei der Landung überwältigte mich das Gefühl der Heimkehr. Die vielfältigen Gerüche, das laute, bunte Chaos auf den Straßen, das freundliche, offene Lachen der Nepali, die Gelassenheit... ...es freut mich so sehr, wieder hier zu sein. Mein erster Weg führte mich nach Nuwakot ins ehemalige Erdbebengebiet. Dort bauen wir zur Zeit 6 Schulen wieder auf und ich konnte es kaum abwarten, die Fortschritte mit eigenen Augen zu sehen. Allerdings hätte ich mich vielleicht doch noch einen Tag länger ausruhen sollen, denn die Fahrt über die bergigen Straßen, Serpentinen und unzähligen Schlaglöcher schüttelte mich derart durch, dass mir furchtbar schlecht wurde. Ich war regelrecht „seekrank“ – da half auch der atemberaubende Blick auf den Horizont mit den majestätischen schneebedeckten Gipfeln des Himalayas nicht. Als wir endlich nach 4 Stunden Seekrankheit in unserem kleinen Büro in Nuwakot ankamen, konnte ich mich nicht mehr auf den Beinen halten und musste mich hinlegen. Das ist mir noch nie passiert. Abends war ich dann aber wieder in der Lage, das Teammeeting zu leiten und unser Architekt und Bauleiter erklärte mir den Stand der einzelnen Bauprojekte.

Am nächsten Morgen starteten wir früh, ich stieg bei meinem nepalesischen Projektleiter hinten aufs Motorrad und durch die frische Morgenluft brausten wir beständig auf nicht ausgebauten, staubigen und holprigen kleinen Pisten den Berg hoch und dann von Hügel zu Hügel. Mal passierten wir kleine Siedlungen, die man kaum Dörfer nennen konnte, die Menschen schauten uns neugierig hinterher. Die meiste Zeit arbeiteten wir uns bergauf. Dabei hat man den Berg auf der einen Seite und die andere gibt den Blick frei auf Terrassenfelder, die sich an den Flanken aller sichtbaren Hügel schmiegen – dahinter blitzen immer mal wieder die weißen Gipfel des Himalayas auf. Schließlich erreichten wir die erste Baustelle voller Tatendrang. Jetzt war ich vollends wieder angekommen! Die „Sundari Devi“-Schule ist bereits so weit, dass ich tatsächlich schon die ersten Pinselstriche an der Außenwand tätigen konnte – es war mir eine Herzensfreude! Jetzt dauert es nicht mehr lange, dann können die Mädchen und Jungen endlich aus den behelfsmäßigen Blechverschlägen in die schöne Schule umziehen. Vor meinen inneren Augen sehe ich bereits die Kinder in diesen neugebauten, erdbebensicheren Klassenräumen lernen und heranwachsen.

Dass unsere Schulgebäude auch nach allen von den Behörden vorgegebenen Standards erdbebensicher sind, habe ich nicht nur bereits vor Monaten auf Papier in Form der Baupläne abgenommen, sondern mich davon nun auch vor Ort selbst überzeugen können. Die Dicke der Mauern, die Tiefe des Fundaments, die Abstände zwischen den einzelnen Gebäuden, damit sie im Notfall ausschwingen können – das alles ist behördlich genau festgelegt. Stahlstreben sind als Stützen nicht nur vertikal im Mauerwerk verbaut, sondern legen sich wie sichernde Gürtel auch horizontal um die Gebäude. Gleichfalls gibt es strenge Richtlinien, welches Baumaterial genutzt werden darf. Wir bauen ausschließlich mit Eco-Mauersteinen, die nicht nur umweltfreundlich hergestellt werden, sondern auch stabiler als die traditionellen Lehmziegel sind.

Schnell lernte ich, dass jede der 6 Baustellen ihre eigene Geschichte hat, denn Bauprojekte in den Bergen sind nicht einfach zu realisieren und mein Team begegnet den unterschiedlichsten Herausforderungen. Bei einer Baustelle ist die Wasserknappheit ein Problem, bei der nächsten musste erst ein fast 7 Meter hoher Hügel mühsam abgetragen und der Baugrund begradigt werden. Bei einer weiteren stießen die Arbeiter beim Ausheben des Fundaments auf eine riesige Felsplatte aus festem Granit, die mit dem herkömmlichen Werkzeug, wie einfache Hammer und Meißel, nicht zu brechen war. So musste erst ein schwerer Steinbohrer aus Kathmandu herangebracht werden, mit dem es dann endlich möglich war, das Fundament tief genug auszuheben. Für alle Baustellen legten wir letzten Herbst zeitgleich den Grundstein, die Baufortschritte sind durch die Begebenheiten jedoch unterschiedlich. Seit Ende letzten Jahres wird täglich gebaut, unser Team ist über die einzelnen Baustellen verteilt, so dass es auf allen gleichzeitig vorangeht.

Die Dorfbewohner legen tatkräftig Hand mit an, gleichzeitig sind geübte Bauarbeiter engagiert und unsere Fachleute überwachen jeden Handschlag. Alle Baustellen wurden vergangene Woche von den Behörden geprüft und abgenommen, der Fertigstellung steht nun nichts mehr im Weg. Ich danke meinem Team vor Ort und bin sehr zufrieden mit dem bisher Geleisteten. Am 17. April beginnt hier das neue Schuljahr. Bis dahin werden alle 6 Schulen fertig sein. Ich danke von ganzem Herzen allen Spendern, die dieses Großprojekt – das bisher größte in der Geschichte von Back to Life – überhaupt erst möglich gemacht haben. Sie haben im wahrsten Sinne des Wortes das Fundament für die Zukunft der Kinder gelegt, die durch die Erdbeben alles verloren hatten.

Ein herzliches Namaste aus Nepal,

Eure Tara-Stella

 

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