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18.03.2017

Die Nacht wird heller in Gamtha – Solarlicht-Anlagen für 520 Haushalte

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Bereits seit 2009 ist Back to Life in Mugu aktiv. Von Anfang an setzten wir bei unseren Projekten vor Ort auf ökologisch saubere Energiequellen. Neben unseren rauchfreien Öfen, die das sonst übliche offene Feuer – mit der daraus resultierenden giftigen Rauchentwicklung – in den Häusern nach und nach ersetzten, entschieden wir uns außerdem für einfache, aber sehr effektive Solarlicht-Anlagen.

Ressourcenschutz in der kargen Bergwelt von Mugu ist nicht nur ein praktischer Nebeneffekt, sondern eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt des dortigen Lebensraums. Denn immer weiter müssen die Frauen und Kinder über die Berge laufen, um doch noch genügend Feuerholz zu finden. Zu viel wurde bereits abgeholzt – die Natur schafft es nicht mehr, sich schnell genug regenerieren. Gefährliche Erdrutsche sind die Folge. Unsere rauchfreien Öfen verbrauchen deutlich weniger Holz, aber durch die Solarlichter geht der Bedarf gleich noch einmal stark nach unten. Denn ab jetzt übernimmt die Sonnenergie den Job, das Haus am Abend zu erhellen. Der enorme Zeitaufwand, der bisher für das tägliche Sammeln von Holz eingeplant werden musste, kann nun deutlich reduziert werden. Zeit, die für andere Dinge genutzt werden kann.

Setzte bisher der tägliche Sonnenauf- und Untergang den Familien klare Grenzen, um ihre Arbeiten rechtzeitig zu erledigen, so ermöglichen nun die Solarlichter auch abends noch aktiv zu bleiben. Das entschärft den Zeitdruck tagsüber und schafft zudem mehr Produktivität: Die Mutter kann noch etwas Haus- oder Handarbeiten erledigen und die Kinder haben die Möglichkeit, ihre Hausaufgaben zu beenden.

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In Gamtha eröffneten wir vor kurzem ein neues Geburtshaus. Nun wenden wir mit der Verteilung von Solarlicht-Anlagen an insgesamt 520 Haushalte eine unserer mehrfach bewährten Projektmaßnahmen an, die schon in vielen Dörfern erfolgreich den Sprung in die Neuzeit eingeleitet hat. In den vergangenen Jahren wurden deshalb nun ingesamt 2.500 Haushalte in Mugu von Back to Life mit der Kraft der Sonne versorgt. Ein wichtiges Puzzlestück im ganzheitlichen Ansatz unserer Projektarbeit vor Ort.

Der Transport der Anlagen in die Berge war wie so oft ein organisatorischer Kraftakt: Mit dem LKW über den Karnali Highway an die Grenzen von Mugu mussten diese auf Traktoren umgeladen werden, nur so waren die steilen, schmalen Wege nach Gamtha überhaupt motorisiert nutzbar. In einem Lagerraum in Gamtha wurden die Bestandteile der Solarlichter nun vorrübergehend eingelagert, bis unser Team mit den Technikern eintreffen konnte. Am ersten Tag der Verteilung im Dorf warteten schließlich über 100 Bewohner schon in der Frühe ungeduldig auf unser Team. Stundenlang hatten sie zitternd in der Januarkälte ausgeharrt, ein paar spärliche Lagerfeuer boten nur unzureichend etwas Wärme.

 
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Nach ein paar Dankesworten der Dorfvorsteher und der Bekanntgabe von ein paar Sicherheitshinweisen für den Transport der Anlagen zu den verstreuten Häusern, wurden die Komponenten endlich verteilt. Unser Solartechniker machte sich sofort an die Arbeit und installierte das erste Solarpanel auf einem Haus. Mit Hilfe eines Kompasses wird dabei der richtige Winkel für die perfekte Sonneneinstrahlung eingestellt. Im Haus selbst wird die mit dem Panel verbundene Batterie geladen, die wiederum die Glühlampen speist. Ein simples System ohne weitere monatliche Kosten, das zudem nur ein Mindestmaß an Wartung benötigt – besonders wichtig in so einer abgelegen Gegend. So funktionieren bis heute auch die älteren Anlagen in Mugu noch tadellos. Bir Singh Thapa und seine Frau freuen sich sehr über ihre Solarlichter: “Wir haben bisher immer vor Sonnenuntergang gegessen und sind dann direkt schlafen gegangen. Nun können wir auch noch am Abend ein gemeinsames Familienleben haben. Es ist schön, wenn das Haus hell erleuchtet ist, nicht wahr?“

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