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31.03.2017

Jobperspektiven im Nirgendwo: Back to Life bildet für Mugu aus.

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Schon auf Grund seiner geographischen Abgeschiedenheit bietet die Bergregion Mugu nur wenige Möglichkeiten, überhaupt Arbeit zu finden. Viele der Männer müssen deshalb abwandern und versuchen lieber in anderen Gegenden Nepals sowie auch im Ausland ihr Glück. Dieser permanente Abzug von Arbeitskräften aus der Region hinterlässt seine Spuren und sorgt für eine gefährliche, wirtschaftliche Verödung in den Gebieten. Die Armutsspirale Mugus dreht sich dadurch immer noch ein wenig mehr nach unten.

Um jungen Frauen und Männern eine berufliche Perspektive
zu bieten, aber auch unsere Geburtshäuser langfristig und nachhaltig mit einheimischen Mitarbeitern besetzen
zu können, sorgen wir derzeit für die Ausbildung von vier Hebammen sowie vier männlichen medizinischen Assistenten. Die acht Jugendlichen werden im Februar 2018 – nach dem Abschluss der 2-jährigen Schulungen – in ihre Heimatdörfer zurückkehren und vor Ort in unsere medizinischen Projekte eingegliedert werden. Derzeit gibt es noch nicht viele junge Menschen, die diesen Ausbildungsweg gehen können – zu niedrig ist das durchschnittliche schulische Leistungsniveau in Mugu: Nur wenige können ausreichend lesen und schreiben, ihre Eltern haben es ohnehin nie erlernt. Oft wird die Schule nur wenige Jahre besucht, denn die Eltern brauchen ihre Söhne regelmäßig für schwere Arbeiten, während die Mädchen häufig noch minderjährig verheiratet werden. Die Auswahl an Jugendlichen, die entsprechende Fähigkeiten mitbringen und zuvor die Schule abgeschlossen haben, ist deshalb derzeit noch überschaubar. Aber ihre Ausbildung wird ein Fundament setzen und ein Signal für einen Wandel ausstrahlen. Die zunehmenden Optionen auf Jobs könnten nach und nach einen Umschwung auf dem Arbeitsmarkt einleiten und somit auch die Motivation erhöhen, die Kinder zur Schule zu schicken.

In der Betreuung der Gemeinden abseits der Geburtshäuser steckt zudem Potenzial, die schwierige medizinische Situation entscheidend zu verbessern. Denn die ausgebildeten Jugendlichen sind mit den Werten und Vorstellungen ihrer Dörfer bestens vertraut und werden es einfacher haben, die Bewohner zu überzeugen, mehr auf ihre und die Gesundheit ihrer Kinder zu achten. Gleich, ob es sich um Hygienetrainings, Aufklärungskampagnen, die schlichte Einnahme von Medizin oder den dringend nötigen Transport in ein Krankenhaus handelt.

Die Auszubildenden selbst sind begeistert. Sarita aus dem Dorf Khamale meint: „Ich werde die erste Hebamme in unserem Dorf sein, ist das nicht toll? Ich weiß nun, dass man die Gesundheit der Bevölkerung schon mit geringem Aufwand positiv beeinflussen kann.“ Asha aus Gamtha will später vor allem Kinder erreichen: „Ich danke Back to Life für diese Chance. Wenn ich zurückkomme, möchte ich den Schülern beibringen, wie man leicht viele Krankheiten verhindern kann.“ Aber auch der Schulleiter der Berufsschule von Banepa schätzt unser Ausbildungsprogramm: „Die Auszubildenden lernen sehr diszipliniert und mit exzellenten Resultaten. Ich sehe den Traum in ihren Augen. Hier geht es nicht nur darum, einzelnen Menschen zu helfen – auf diese Weise wird unserem ganzen Land geholfen!“

 

 

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