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06.05.2017

Dem Leben auf die Welt helfen – gestern war internationaler Hebammentag.

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In Nepal stirbt heutzutage noch alle 4 Stunden eine Frau während der Schwangerschaft. 80% aller Geburten finden dabei zuhause statt, ohne jegliche Unterstützung von Hebammen. Die Wichtigkeit von Geburtshäusern – vor allem in den Bergen Mugus – kann deshalb kaum hoch genug eingeschätzt werden. Mit unseren sechs Geburtshäusern in der abgelegenen Berggegend erreichen wir mittlerweile bis zu 13.000 Menschen und somit bereits ca. ein ¼ der dortigen Bevölkerung. Weitere Geburtshäuser sind geplant – unser Ziel ist, eines Tages das ganze Gebiet anzudecken.

Am gestrigen internationalen Hebammentag wurden unsere derzeit 12 Hebammen im Rahmen einer kleinen Feier für ihre wertvolle Arbeit geehrt. Dazu kam die Dorfgemeinschaft in den jeweiligen Dörfern zusammen. Mit „Tika“-Farbe wurde die Stirn der Frauen gekennzeichnet und ihnen ein traditioneller „Khata“-Schal umgehängt, um ihnen den gebührenden Respekt zu erweisen und für ihre Arbeit zu danken. Insgesamt kamen bereits 429 Kinder gesund und munter zur Welt. Das erste „Back to Life-Baby“, welches in unserem ersten Geburtshaus in Loharbada geboren wurde, wird im kommenden Monat beginnen, zur Schule gehen. Übrigens haben wir noch nie ein Baby oder eine Mutter während der Schwangerschaft oder der Geburt verloren.

Die Tätigkeiten unserer Hebammen sind vielfältig. Neben den Geburtsvorbereitungen und der eigentlichen Geburt, kümmern sich die Frauen auch um die Versorgung vor, während und nach der Geburt. Dabei sind monatliche Check-ups für Schwangere sowie Hausbesuche ein Luxus, der früher in Mugu undenkbar gewesen wäre. Genauso, wie die regelmäßige Vergabe von Medizin oder die Durchführung diverser Trainings – von der Aufklärung über Familienplanung, Hygiene und dem richtigen Baden von Babys bis zur ausgewogenen Ernährung von Kleinkindern. Erhebungen haben ergeben, dass durch die sorgsame Pflege von Hebammen dramatische Entwicklungen wie der plötzliche Tod von Müttern oder Babys bei und nach der Geburt sowie Fehlgeburten um bis 83% gesenkt werden können. Eine ausgesprochen positive Entwicklung, die uns sehr erfreut und die wir mit der gezielten Ausbildung von Hebammen und Krankenpflegern gern unterstützen. Die Mütter- und Säuglingssterblichkeitsrate ist durch fortlaufend geschulte Hebammen weiter reduzierbar und auch sonst häufige Probleme wie Infektionen, Blutarmut und Verletzungen des Darms werden seltener. Gleichsam ist ein Rückgang der Notwendigkeit von z.B. Kaiserschnitt-Geburten und Blut-Transfusionen zu verzeichnen sowie von Angstattacken, Wochenbettdepressionen und ähnlichen Begleitumständen. Eine hoffnungsvolle Nachricht für eine ganze Region.

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