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18.08.2017

Stella zusammen mit Cro, Ulrich Wickert u.a. im FAZ Magazin: „Mein erstes Auto“

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In Stellas Buch „Unberührbar – Mein Leben unter den Bettlern von Benares“, welches am 22.06. auch als Taschenbuch erschien, erfährt man viel über die Anfänge der Projektarbeit von Back to Life. Im letzten FAZ Magazin wurde nun eine amüsante Anekdote veröffentlicht, die sich noch kurz vor Stellas schicksalhafter Reise nach Indien zutrug: In Italien. In Rom. In ihrem ersten Auto...

„Mein erstes Auto habe ich von meinem Opa geerbt: ein laubfroschgrüner VW Passat mit Schrägheck, den ich Kermit getauft habe. Ich habe mich dafür geschämt, weil es so hässlich war. Trotzdem war es die große Freiheit, ich bin damit gleich nach Rom gefahren. Dort habe ich in der Nähe des Bahnhofs gewohnt, da waren viele komische Leute unterwegs. Ich hatte mir schon eine Lenkradkralle geholt, damit niemand mein Auto klaut, aber die Obdachlosen haben einfach die Scheiben eingeschlagen, um im Auto zu schlafen. Es roch deshalb immer nach Schweiß, Urin und altem Wein. Sie ließen dann auch ihre Sachen im Auto, Pullis und so. Meine deutschen Mitbewohnerinnen haben sich später so geekelt, dass sie sich nur noch auf Plastiktüten gesetzt haben im Auto. Ich fand das nicht so schlimm. Wenn ich abends mit dem Auto in die Disko wollte, habe ich die Obdachlosen einfach geweckt. Ich war damals 19 oder 20 Jahre alt und immer in Eile. Es gab Fahrten nach Rom, bei denen ich nicht mal aus
gestiegen bin, damals 
wurde ja noch für einen
 getankt. Meinen Papa habe 
ich vor der ersten Fahrt nach
der Strecke gefragt. Er hat mir
die grobe Richtung genannt. Gotthard-Tunnel wusste ich, sonst habe ich mich durchgefragt.

Ich habe immer viel Radio gehört im Auto, weil ich oft alleine gefahren bin: R’n’B und italienische Lieder, die die Jungs auf
der Piazza mit der Gitarre gespielt haben. Irgendwann habe ich das Auto noch hippiemäßig angemalt, mit Om und Yin und Yang. Dabei habe ich das ganze Viertel in Rom kennengelernt, weil ich überall was geliehen habe, ich brauchte ja eine Leiter fürs Dach und so. Als sich das Auto mal spontan selbst geheilt hat, habe ich es in Salvatore umbenannt. Als es mir gestohlen wurde, habe ich das bei der Polizei gemeldet. Die Polizisten haben sich kaputtgelacht.“

Stella Deetjen, FAZ Magazin 12.08.2017

 

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