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08.09.2017

Die Slumschulen von Back to Life: Hoffnung für einen kleinen Erfinder

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„Nevada II“ heißt einer der staubigen Slums in Benares, in
dem der kleine Arvind (11) wohnt. Ein aufgeweckter Kerl ist
er und stets neugierig darauf, die Welt zu entdecken. In der vierten Klasse unserer dortigen non-formalen Slumschule lernt er fleißig dafür, eines Tages den Sprung auf eine staatliche Schule zu schaffen und dadurch langfristig dem Leben in Armut zu entkommen. Abseits vom Unterricht ist Arvind, der irgendwann einmal gern bei der Polizei oder Armee arbeiten möchte, vor allem sehr an Technik interessiert. Besonderen Spaß hat er an der Konstruktion von einfachen, motorisierten Spielzeugen: Aus übrig geblieben Teilen defekter, alter Spielzeuge baut er sich alles, was ihm in den Sinn kommt. Denn seine armen Eltern könnten sich neuwertiges, „richtiges“ Spielzeug für ihn ohnehin niemals leisten. Sein Vater, ein Alkoholiker, versucht jeden Tag, die Familie als ungelernter Lohnarbeiter durchzubringen – ein undankbarer Knochenjob, der nur gering entlohnt wird. Diesmal sollte es ein kleines Elektro-Boot werden: Als Schiff dient Arvind ein simples Bruchstück Styropor. Ein kleiner Ventilator mit einer Batterie, den er mit Klebeband darauf fixiert, fungiert als Schiffsschraube. Fertig ist die kreative Konstruktion, die er Besuchern voller Stolz präsentiert. Ein mit Wasser gefüllter Eimer wird nun zum Mini-See und schon kann das Spielen beginnen.

Seine Mitschüler freuen sich immer sehr, wenn Arvind wieder etwas gebaut hat. Eine willkommene Abwechslung in einem erbarmungslosen Leben, das wenige leichte Momente kennt. Denn meist müssen die Kinder tagsüber ihren Eltern helfen, den Lebensunterhalt der Familie zu erwirtschaften. Fast jedes der Kinder hier sammelt vormittags Müll, von dessen Weiterverkauf die Familien ein wenig besser über die Runden kommen. Am Nachmittag startet dann endlich die Slumschule, ein Ort der Hoffnung für die Kinder. Auch für Arvind, unseren kleinen Erfinder.

 

 

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