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03.02.2018

Generierung von Einkommen und Zusammenhalt: Die simplen Gewächshäuser von Bhaduwar

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Nach den Erdbeben von 2015 war an den Anbau von Gemüse in dem kleinen Dorf in Nuwakot kaum noch zu denken. Die Wasserwege waren zerstört worden, eine ausreichende Bewässerung der Felder konnte nicht mehr gewährleistet werden. Mit der letztjährigen Wiederherstellung der Wasserleitungen durch Back to Life sowie dem Bau 11 neuer Wasser-Zapfstellen änderte sich alles in Bhaduwar: Endlich war es wieder sinnvoll, über eine weiterreichende Kultivierung von Nutzpflanzen nachzudenken.

Bisher diente vor allem der Anbau von Hirse zur schmalen Einkommensaufbesserung. Daraus wurde zum Beispiel „Raksi“ gebraut, 50-prozentiger Alkohol. Obwohl dessen Verkauf eigentlich illegal ist – vom Eigenbedarf abgesehen – nutzen Unzählige diese Chance, nebenher etwas Geld zu machen und beliefern ihre Nachbarschaft, Märkte, Geschäfte und Restaurants der Region. Es gibt zu wenig Polizisten in Nuwakot, um den Schwarzmarkt effektiv zu kontrollieren. Die Justiz drückt aber ohnehin oft ein Auge zu, denn „Raksi“ ist ein bedeutender Bestandteil bei traditionellen Opfergaben-Rituellen und somit aus der nepalesischen Kultur kaum wegzudenken.

Back to Life unterstützt mehrere Kleinbauern als „Role Models“ für die 80 Haushalte des Dorfes mit der Durchführung landwirtschaftlicher Schulungen – für einen organischen Anbau ohne Pestizide – sowie der Konstruktion von rudimentären Gewächshäusern aus Bambusstäben und Plastikfolie. Die simplen Bauten sorgen effektiv für einen deutlich erhöhten Schutz der Gewächse vor zu viel Sonne in den heißen Monaten, den harschen Regenfällen des Monsuns, aber auch den kalten, nebeligen Wintertagen. Dadurch kann zum einen die Anfälligkeit der Pflanzen für Krankheiten und Insekten deutlich reduziert werden und zum anderen erstmals auch mit guten Erträgen aus dem Anbau neuer Sorten gerechnet werden. Ein Beispiel, das Schule machen soll.

„Am Anfang war ich gar nicht sicher, ob sich die ganze Mühe überhaupt lohnen wird,“ meint ein Feldarbeiter. „Doch dann merkte ich schnell, wie schnell und pflegeleicht sich nun Tomaten züchten lassen. Das war vorher kaum möglich. Diese kann ich nun gewinnbringend verkaufen!“ Andere setzen auf den Anbau von Blumenkohl und sind begeistert. „Es ist nicht nur, dass wir jetzt mehr gesunde Lebensmittel für uns selbst zur Verfügung haben und das ist natürlich schon mal sehr wichtig. Es ist auch unsere Chance, unsere Familien zusammenzuhalten: Denn zuvor sind ständig viele junge Leute abgewandert, um auf Baustellen in Indien oder Saudi-Arabien zu arbeiten. Dadurch erhofften sie sich, Geld zu ihren Familien schicken zu können. Je mehr Gemüse wir also nun verkaufen können, desto geringer wird das Risiko, dass es unsere Familien auseinander reißt...“

 

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