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29.04.2018

Eine echte Wachstumsbranche: Die Küchengärten von Bhaduwar

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Es war eben jener von Back to Life bereitgestellte Küchengarten im Dorf Bhaduwar, den diesen Februar die Moderatorin und Schriftstellerin Susanne Fröhlich, zusammen mit Stella Deetjen, besucht hatte. Begeistert von der Einfachheit unseres Konzepts war Frau Fröhlich ganz gespannt darauf, zu erfahren, wie ertragreich die baldige Ernte werden würde. Die vorherige Blumenkohl-Anpflanzung war bereits in vollem Gange, doch damals trugen die jungen Tomatenpflanzen noch keine Früchte. Jetzt ist die Ernte reif und die Besitzer des Küchengartens, Kamal Tamang und seine Frau Khasmaya, können ihr Glück kaum fassen.

Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen: Gleich die erste Ernte brachte ganze 80 Kilo Tomaten ein. Noch ca. acht weitere Ernten sind bis zum baldigen Monsun möglich. Danach müssen neue Samen gesät werden müssen. In den kommenden 5 Monaten werden mit den Tomaten Einnahmen von rund 20.000 Rupees/ca. 155€ möglich sein. Eine Menge zusätzliches Geld für die beiden armen Landarbeiter. „Wir planen nun auch Gurken, Kürbisse und andere Gemüsesorten anzupflanzen...“ sagt Khasmaya und rechnet vor, dass die Familie auf diesem Weg mit zusätzlichen Jahreseinnahmen von rund 50.000 Rupees/ca. 390€ rechnen kann. Diese Summe sind in etwa die Ersparnisse eines ganzen Jahres, die ein einfacher, armer Lohnarbeiter für seine Familie zurücklegen kann und nach Hause schickt. Der Küchengarten wird die wirtschaftliche Situation der Familie nachhaltig verbessern, die wie alle im Dorf bisher auf den Anbau von Hirse, Mais und Weizen gesetzt hatte.

Von den 80 Haushalten im Dorf Bhaduwar haben sich neun Familien für den Anfang dem Küchengarten-Projekt angeschlossen, die sichtbaren Erfolge werden bald viele Nachahmer im Dorf finden. Der Bedarf an frischem Gemüse in der Region Nuwakot ist groß, täglich werden große Mengen aus anderen Teilen Nepals – aber auch sehr viel aus Indien – auf den hiesigen Märkten angeliefert. Nun kann sich der lokale Gemüseanbau nach und nach entwickeln – eine einfache Idee mit Potenzial, die den ca. 2,5 h langen Fußweg zum Markt „Batar“ in der Stadt Bidur mehr als lohnenswert macht.

Kamal ist restlos überzeugt: „Der Anbau und Verkauf der Tomaten ermöglicht uns nun mühelos den Ankauf von anderen Waren, die wir dringend brauchen – wie zum Beispiel Salz, Gewürze oder Speiseöl. Aber natürlich haben wir nun auch selbst mehr frisches Gemüse zu essen.“ Das Ersparte landet fortan auf einem Bankkonto. Es ist das erste seines Lebens, das Kamal nun mit Hilfe einer unserer Mitarbeiter eröffnet hat.

Wir achten bei der Wahl der Tomatensamen auch darauf, keine Abhängigkeiten zu Großkonzernen oder anderen Ländern aufzubauen: Die Sorte „Srijana“ wird in Nepal selbst herangezogen und ist praktisch überall erhältlich. Das wird den Aufbau der lokalen Wirtschaft unterstützen und Nepal in kleinen Schritten vom Gemüse-Import aus anderen Ländern unabhängiger machen. Die wachsende Bevölkerung kann mit den derzeitigen Anbauflächen noch nicht ausreichend versorgt werden – der Himalaya-Staat beherbergt insgesamt bereits 29 Millionen Einwohner.

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