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28.07.2018

Das Feuer von Kimri – von der Nothilfe zu unserem größten Bauprojekt (Bericht von Stella)

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Liebe Freunde von Back to Life,
 
vor fast drei Monaten gab es ein gewaltiges Feuer im kleinen tibetisch geprägten Dorf Kimri, das selbst für die weitläufigen Verhältnisse von Mugu besonders abseits liegt. Bei dem Großbrand wurden 19 Häuser bis auf die Grundmauern zerstört und 112 Menschen verloren jegliches Hab und Gut. Back to Life erklärte sich umgehend bereit, zu helfen, wir hatten bereits darüber berichtet.
 
Vor wenigen Tagen schickte ich unser Team erneut los, um die Brandopfer mit Kleidung für den Monsun und dringend benötigten Aufbewahrungscontainern für Reis, Getreide und Habseligkeiten auszustatten. Die Lokalverwaltung und die Bezirksregierung hatten die Dorfbewohner glücklicherweise bereits mit Lebensmittelrationen und Notzelten versorgt, eine andere Hilfsorganisation stiftete Kochutensilien. Mit unserer ergänzenden Hilfe werden es die Menschen leichter haben, durch die Regenzeit zu kommen.
 
Die Container und die Kleidung sind am 18. Juli endlich nach Tagen schlechten Wetters am Talcha Airport nahe Gamghadi, der kleinen Hauptstadt der Region Mugu, angeliefert worden. Gerade in der Monsunzeit ist es ein Glücksspiel, ob der Flieger gen Mugu wirklich starten kann. Oft werden wegen eines plötzlichen Wetterumschwungs alle Flüge abgesagt. Vom Flugplatz startete unser Team mit der Unterstützung durch lokale Träger den beschwerlichen und langen Fußmarsch nach Kimri. Unser Team brauchte ganze zwei Tage für den steilen Weg durch die Berge. Meist ging es nur unentwegt bergauf. Endlich erschöpft im Dorf angekommen, verbrachten sie viele Stunden mit den Bewohnern, um zum einen die zuvor für sie nach ausgemessenen Größen angefertigten Jacken, Hosen und Mützen so wie auch die Container zu verteilen und zum anderen natürlich auch ausgiebig mit den Menschen über ihre Nöte und Bedürfnisse zu sprechen.
 
Das Trauma der Katastrophe sitzt den Bewohnern noch tief in den Knochen – es ist vielen Erwachsenen und Kindern anzumerken, dass sie von Ängsten und großen Zukunftssorgen heimgesucht werden. Das überrascht mich kaum, haben diese schon vorher in Armut lebenden Menschen nun jegliche Perspektive und ihr Dach über dem Kopf verloren. Hoffnungslos sitzen sie vor ihren Ruinen, aus denen kaum noch etwas zu retten war, ohne die leiseste Ahnung, wie sie ihre Familie durch den Monsun und schließlich durch den harschen Winter bringen sollen. Besaßen sie vorher schon wenig, so raubte ihnen das Feuer auch noch ein wichtiges Stück ihrer kulturellen Identität: Unersetzliche Artefakte religiöser Zeremonien der Lama-Kultur, teilweise viele Jahrhunderte alt, waren von Generation zu Generation weitervererbt worden. Doch die Glut fraß alles auf: Kupfer- und Bronze-Töpfe, Gebetsmühlen wie auch die Götterstatuen.
 
Back to Life hatte eigentlich geplant, die Bewohner mit der Anlieferung von Metalldächern beim Wiederaufbau ihrer Häuser zu unterstützen. Wir nahmen bisher an, dies würde ausreichen, um der Gemeinschaft bald wieder ein normales Leben zu ermöglichen. Doch unser Team stellte nun leider fest, dass wir die Situation falsch eingeschätzt haben: Die Dorfbewohner sind einfach zu erschöpft und mittellos, um diese Aufgabe aus eigener Kraft zu bewältigen. Niemand wird sich sein Haus ohne Hilfe von außen wieder aufbauen können. Nach Rücksprache mit den restlichen Vorstandsmitgliedern und unserem Team vor Ort habe ich deshalb nun entschieden, dass Back to Life das Dorf Kimri deutlich stärker als geplant unterstützen wird: durch den Wiederaufbau aller 19 abgebrannten Häuser. Es wird somit das größte Bauprojekt in der Geschichte von Back to Life werden. Zudem bedeutet es eine extrem große logistische Herausforderung, da Materialien nur unter größten Kraftanstrengungen zu Fuß über die Berge nach Kimri gebracht werden können und versierte Bauarbeiter in dieser Gegend nur wenige zu finden sind.
 
Wir werden schnellstmöglich beginnen, damit die Menschen nicht länger in den provisorischen Notunterkünften bleiben müssen – ein tunnelartiger, fensterloser, muffiger Holzverschlag, ähnlich einem Kuhstall, in dem jede Familie nur ein paar Quadratmeter Raum zur Verfügung hat und der Wind beständig hineinfegt. Privatsphäre gibt es für die Familien nicht mehr, alle Nachbarn leben auf engstem Raum zusammen, die hygienischen Bedingungen sind nicht die besten.
 
Wir würden uns aus tiefstem Herzen freuen, wenn uns möglichst viele Freunde und Mitmenschen bei diesem Projekt unterstützten. Ich lade jeden herzlich dazu ein, sich zu beteiligen. Jeder einzelne Euro wird helfen, das Dorf Kimri wieder vollständig aufzubauen. Wir haben dafür ein Unterkonto mit Verwendungszweck „Feuer Kimri“ eingerichtet. Die bisherigen Spenden für das Projekt fließen nun auch in den Wiederaufbau. Lassen Sie uns beginnen, bevor diese Menschen von ihrer Not erdrückt werden.
 
Namaste aus Nepal,
 
Ihre Tara-Stella
 
Back to Life-Spendenkonto:
IBAN DE 94 500 800 000 729999002
BIC Swift Code DRESDEFFXXX
Commerzbank AG
Verwendungszweck: Feuer Kimri
 
Oder unterstützen Sie uns auf Betterplace.org
 
Alle Bilder © BTL 2018
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